Nach Hitzesommer: eine bessere Lüftung für das Grossratsgebäude - Bigotterie oder dringend nötig?

Nach Hitzesommer: eine bessere Lüftung für das Grossratsgebäude - Bigotterie oder dringend nötig?
An heissen Tagen ist es am späteren Nachmittag im nur schwer temperierbaren Grossratssaal kaum noch auszuhalten. Foto: MIchael Küng

Eine Motion verlangt eine wirkungsvollere Lüftung und/oder Klimatisierung der Räume im Grossratsgebäude. Eingereicht wurde sie von Markus Gabriel, SVP, Uerkheim (Sprecher), Dr. René Fiechter, SVP, Hunzenschwil, Robert Alan Müller, SVP, Freienwil, Alfons Paul Kaufmann, Mitte, Wallbach, Markus Lang, GLP, Brugg, Alain Burger, SP, Wettingen, Dr. Severin Lüscher, Grüne, Schöftland (Entgegennahme mit Erklärung)

Die Grünen bestreiten den Vorstoss. Daniel Hölzle sagt, man müsse erst zu Pflegeheimen und Schulen schauen, dann könne man sich immer noch darum kümmern.

Ganz anders sieht dies Beat Käser von der FDP. Man sei sich wohl einig, Gerade an heissen Sommertagen könne es hhier ungenmütlich werden. Die Kühlanlage sei 40 Jahre als. Es gehe nicht um Luxus, sondern um die Arbeitsbedingungen im Grossratsgebäude. Gewiss könne man fragen, ob man eine Sonderbehandlung bekommen solle. Man dürfe aber auch die Mitarbeitenden nicht vergessen, mahnt er. Eine Verbesserung zu verhindern, nur weil es andernorts auch Verbesserungen brauche, fände er falsch. Die FDP stimmt grossmehrheitlich für die Motion.

Petra Kuster sgat jetzt namens der SVP, der Vorstoss sei schlüssig. Man müsse alle Fakten haben, die SVP ist für Überweisung.

Michael Wacker (SP) unterstützt die Grünen. Ja, es sei oft zu heiss hier drinnen, doch die Motion grenze fast an Bigotterie, wenn man Schülern zumute, ihre Ausbildung in überhitzten Räumen zu machen.

Motionssprecher Markus Gabriel findet es schade, dass die Ratslinke beim Vorstoss nicht mitmache. Man müsse auch an die Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Ratstribüne denken, mahnt er. Die Lüftung soll im 2. Quartal 2027 verbessert werden, so sei ein Teil des Vorstosses immerhin schon erfüllt.

Sabina Freiermuth (FDP) sagt nun, sie sei für ein Postulat, sie störe sich jedoch daran, dass die Motion kein Preisschild habe. Sie bittet um Umwandlung in ein Postulat.

Es kommt zu einer kurzen Pause, damit sich die Motionäre absprechen können. Nun sind die Motionäre mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden, sagt Markus Gabriel.

Alfons Paul Kaufmann erläutert dazu, niemand habe bemerkt, dass dieser Saal mehrmals pro Woche für verschiedene Anlässe benützt wird. Heute würde man bei einem Neubau gewiss nicht an der Lüftung sparen.

Daniel Hölzle bleibt jedoch bei seinem Nein. Das Parlament sollte als letztes Gebäude entsprechend um/nachgerüstet werden, findet er.

Der Rat stimmt jetzt ab und überweist den Vorstoss als Postulat zur Prüfung klar mit 110 : 19 Stimmen.