Maja Riniker mit Riesenvorsprung als neue Regierungsrätin gewählt

FDP-Kandidatin Maja Riniker holte heute Sonntag mit grossem Vorsprung mit 70 137 Stimmen (absolutes Mehr 45 217 Stimmen) den frei werdenden Sitz in der Aargauer Regierung. Ein Wermutstropfen ist die tiefe Stimmbeteiligung von nur 21 Prozent, die sich durch das Fehlen einer echten Konkurrenzsituation für Riniker erklären lässt.

Nationalrätin Maja Riniker war als Kandidatin der FDP für die Nachfolge von FDP-Regierungsrat Stephan Attiger angetreten. Er gibt sein Amt per Ende Jahr ab und geht zurück in die Privatwirtschaft. Nun darf das Rätselraten losgehen, welches Departement sie bekommt: ob das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) von Stephan Attiger, oder ob es in der Regierung zu einer Rochade kommt.

Nebst Riniker kandidierten Loredana Nigro (Juso, 8635 Stimmen) für die SP, Theres Schömi (parteilos, 7514 Stimmen) und Stephan Zurfluh (Musikpartei, 2365 Stimmen). Alle drei waren völlig chancenlos, auch Nigro, die immerhin (in Abwesenheit, sie war am Tag ihrer Nomination verhindert) von der SP-Kantonalpartei offiziell unterstützt worden war, und trotzdem die parteilose Theres Schöni nur unwesentlich distanzieren konnte. Nicht geholfen haben ihr gewiss die zwar gut platzierten, aber sehr kryptischen Wahlinserate, auf denen man ihren Namen richtiggehend suchen musste.

Seine Kandidatur im letzten Moment zurückgezogen hatte Grossrat Dominik Gresch (GLP) nach einer öffentlichen Polemik um frühere (inzwischen bezahlte) Betreibungen zu Steuerschulden Greschs.

Dank auch via soziale Medien

Nebst einem Pressetermin in Aarau nach der Wahl bedankte sich die frischgebackene Regierungsrätin via social media (Instagram) für die 70'137 Stimmen und für das grosse Vertrauen. Sie schrieb: "Es bedeutet mir sehr viel, unseren Kanton künftig als Regierungsrätin mitgestalten zu dürfen. Ich habe grossen Respekt vor der Verantwortung, die mit dieser Aufgabe verbunden ist."

Von Herzen danke sie allen, die aie auf diesem Weg unterstützt haben: ihrer Familie, ihrem Wahlteam, ihrer Partei, dem breiten Unterstützungskomitee und den vielen Menschen, die sich mit so viel Engagement für sie eingesetzt haben, wie Riniker witer schreibt.

Das Vertrauen sei für sie Ansporn und Verpflichtung. Sie schliesst mit den Worten: "Ich werde mich mit voller Kraft für unseren Aargau und die Menschen, die hier leben, einsetzen."

FDP hoch erfreut über klares Wahlresultat

Die Freude sei riesig, hält die FDP Aargau in einer Mitteilung fest: Maja Riniker habe die Wahl in den Aargauer Regierungsrat mit 70'137 klar gewonnen. Sie habe sich gegen ihre Mitkandidierenden deutlich durchgesetzt und sei ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Damit sei es der FDP gelungen, ihren Sitz in der Aargauer Regierung erfolgreich zu verteidigen.

Hinter dem grossartigen Wahlergebnis stecke ein engagierter Wahlkampf. Maja Riniker sei in den vergangenen Monaten im ganzen Kanton unterwegs gewesen habe zahlreiche Veranstaltungen besucht, sei an Standaktionen Red und Antwort gestanden und habe immer wieder das persönliche Gespräch mit der Bevölkerung gesucht. Weiter schreibt ihre Partei: "Mit ihrer offenen, unkomplizierten und
herzlichen Art ist sie nah bei den Menschen." Ihr grosser persönlicher Einsatz habe sich nun ausgezahlt.

SP wertet Nigros Resultat "als klares Signal für eine eigenständige linke Politik"

Mit 8’635 Stimmen erreicht die von der SP Aargau unterstützte JUSO-Kandidatin Loredana Nigro bei der Regierungsratsersatzwahl den zweiten Platz, schreibt die SP-Kantonalpartei zum Wahlergebnis. Die SP werte die Unterstützung für die Aussenseiterin "als klares Signal für eine eigenständige linke Politik". Die FDP habe ihren Sitz verteidigt. Die Wahlbeteiligung von 21,01 Prozent sei kein Anlass zum politischen Triumph. Die SP fordert die neue Regierungsrätin auf, linke Anliegen aufzunehmen und linke Argumente ernst zu nehmen.