mobilitätAARGAU geht in eine öffentliche Anhörung
Der Kanton hat seine zehn Jahre alte Mobilitätsstrategie mobilitätAARGAU aktualisiert. Sie nimmt die aktuellen Entwicklungen und Trends in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt auf, stimmt Siedlungs- und Verkehrsentwicklung aufeinander ab und berücksichtigt den künftigen Mobilitätsbedarf von Bevölkerung und Wirtschaft. Sie schafft zudem Rahmenbedingungen und Orientierung für die gezielte Weiterentwicklung der Infrastruktur und des Mobilitätsangebots.
Zudem bilde sie eine solide Basis für die laufenden Diskussionen im Mobilitätsbereich – Stichwort "Verkehr '45" – sowie für die Ausgestaltung der Agglomerationsprogramme und weitere Mobilitätsplanungen. Dies teilt die Staatskanzlei mit. Die öffentliche Anhörung zur aktualisierten kantonalen Mobilitätsstrategie dauert bis am 29. Januar 2027.
Der Regierungsrat hat im Entwicklungsleitbild (ELB) 2025–2034 das Ziel definiert: "Der Kanton Aargau bleibt ein attraktiver Lebensraum und stärkt den Arbeits-, Wirtschafts- und Forschungsstandort weiter." Als Stossrichtung des ELB hat er zudem festgelegt: "Der Kanton entwickelt die Gesamtverkehrsstrategie mobilitätAARGAU weiter, um das Mobilitätsangebot und die Verkehrsinfrastruktur in den Städten, Agglomerationen und zu den ländlichen Gebieten differenziert entsprechend ihren Funktionen auch in Zukunft sicherzustellen." Für Bevölkerung und Wirtschaft ist eine verlässliche Erreichbarkeit zentral; das gilt besonders für den Wirtschaftsverkehr, der auf zuverlässige Verkehrsachsen angewiesen ist.
Vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf die aktuellen und kommenden Herausforderungen wie gesellschaftlicher Wandel, technologische Entwicklungen – Stichwort Digitalisierung und automatisiertes Fahren – sowie veränderten Rahmenbedingungen hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) die kantonale Mobilitätsstrategie überarbeitet. Die aktualisierte Strategie trägt einerseits dazu bei, die Standortattraktivität des Aargaus zu erhalten und die Mobilität im Kanton auch in Zukunft sicherzustellen. Andererseits dient sie auch als solide Basis für die laufenden politischen und fachlichen Diskussionen im Mobilitätsbereich, beispielsweise zur Vorlage "Verkehr '45" des Bundes (Medienmitteilung vom 11. September 2026) sowie für die Ausgestaltung der Agglomerationsprogramme und der Gesamtverkehrsplanungen in verschiedenen Regionen des Kantons.
Drei Voraussetzungen, fünf Ziele
Bei der nun vorliegenden mobilitätAARGAU handelt es sich um eine gezielte Weiterentwicklung der bisherigen kantonalen Mobilitätsstrategie aus dem Jahr 2016. So setzt sie wieder für die einzelnen Verkehrsmittel – motorisierter Individualverkehr (MIV), öffentlicher Verkehr (öV), Fuss- und Veloverkehr – differenzierte Ziele in den verschiedenen Raumtypen. Dabei sind intelligente, vorausschauende und nachhaltige Lösungen für alle Verkehrsmittel gefragt. Die wachsende Mobilität lässt sich nicht allein über mehr Infrastruktur bewältigen: Jeder Ausbau bindet dauerhaft Mittel in Betrieb und Unterhalt, zudem verlangt das Klimaziel "Netto-Null 2050" weniger Energie- und Flächenverbrauch.
Die veränderten Rahmenbedingungen stellen den Kanton vor Herausforderungen, die sich nicht isoliert lösen lassen, denn sie bedingen und begrenzen sich gegenseitig. Daraus ergeben sich drei Voraussetzungen für ein tragfähiges Verkehrssystem: Mobilitätsbedarf abdecken, Mobilität verträglich abwickeln, Finanzierbarkeit sicherstellen. Jede strategische Entscheidung muss allen drei Voraussetzungen gleichzeitig gerecht werden, damit das System als Ganzes langfristig funktioniert.
Aus den Voraussetzungen sind fünf Ziele abgeleitet:
- Raum und Verkehr koordiniert entwickeln: Siedlungs-, Verkehrs- und Freiraumplanung werden aufeinander abgestimmt, um den Nachfragedruck frühzeitig zu dämpfen.
- Erreichbarkeit sichern: Grundlegende Personen- und Gütermobilität wird auch bei wachsender Bevölkerung und Wirtschaft gewährleistet.
- Intermodale Mobilität fördern: Fuss-, Veloverkehr sowie öffentlicher Verkehr tragen das Mobilitätswachstum und werden gezielt gestärkt und durch kombinierte Reiseketten besser vernetzt.
- Stabilität und Sicherheit des Verkehrssystems gewährleisten: Hohe Sicherheitsstandards und robuste Netze minimieren Ausfälle.
- Ressourcen effizient und wirkungsvoll einsetzen: Planung, Bau, Betrieb und Unterhalt orientieren sich an Lebenszykluskosten, um das System langfristig finanzierbar zu halten.
Die Ziele werden durch Handlungsansätze konkretisiert und setzen Prioritäten für Planung, Bau, Betrieb und Investitionen sowie für die Zusammenarbeit mit Bund, Gemeinden und Regionalplanungsverbänden.
Erarbeitung in einem partizipativen Prozess, nun Start der öffentlichen Anhörung
Die aktualisierte Strategie mobilitätAARGAU wurde in einem intensiven partizipativen Prozess erarbeitet, der vielfältige Perspektiven aus Gemeinden, Verbänden, Unternehmen, Wissenschaft und Fachorganisationen einbezogen hat. Die Strategie gibt die Richtung für die nächsten rund zehn Jahre vor, mit Blick bis 2050 und darüber hinaus. Die konkreten Massnahmen und ihre Finanzierung folgen über die bestehenden Planungsinstrumente und den Aufgaben- und Finanzplan des Kantons.
Der Regierungsrat schickt die Mobilitätsstrategie nun in die öffentliche Anhörung. Diese dauert von heute Freitag, 25. September 2026, bis am 29. Januar 2027.