Schütze von Aarau handelte als Einzeltäter (Nachtrag)

Die Ermittlungen zur Bluttat in Aarau sind in vollem Gang. Nach ersten Erkenntnissen handelte der 43-jährige Beschuldigte als Einzeltäter und gab am Rand eines Rave-Events wahllos Schüsse ab, die zufällige Opfer forderten. Während das Motiv noch unklar ist, besteht für die Bevölkerung keine weitere Gefahr. Dies telt die Kantonspolizei Aargau mit.

Das ging schnell: 43-jähriger dringend Tatverdächtiger nach Anschlag von Aarau festgenommen
In der Nacht auf Montag konnte ein 43-jähriger Schweizer angehalten werden. Die Polizei nahm den Mann daraufhin unter dringendem Tatverdacht fest. Am Sonntag, 30. August 2026, kam es um 02:30 Uhr bei der Pferderennbahn im Schachen in Aarau zu einer Schiesserei. Dabei wurden mehrere Personen verletzt. Eine Person

Der 43-jährige Mann, ein gebürtiger Schweizer mit Wohnsitz im Kanton Jura, befindet sich in Untersuchungshaft. Er stellte sich in der Nacht auf Montag bei der Kantonspolizei Jura. Unabhängig davon waren die Ermittlungen der Kantonspolizei Aargau zu diesem Zeitpunkt bereits so weit fortgeschritten, dass eine Identifizierung des Täters absehbar war. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Hinweis eines Augenzeugen, dem unmittelbar nach der Tat ein weisser Lieferwagen aufgefallen war.

Anschlag in Aarau: 22-jährige Frau tot, fünf teils schwer Verletzte - Polizei sucht Täter -Identität und Motiv auch am Abend noch unklar
Heute um 18.30 Uhr informierte die Kantonspolizei Aargau in Schafisheim an einer Medienkonferenz über den Stand der Dinge nach den Schüssen vom frühen Morgen in Aarau. An der Medieninformation dabei waren der zuständige Regierungsrat Dieter Egli, Polizeikommandant Michael Leupold, Mathias Schildknecht (Abteilungschef stationierte Polizei) und Philipp Umbricht, leitender Oberstaatsanwalt.

Kalaschnikow-Sturmgewehr und zwei Pistolen sichergestellt

Auf diesen Lieferwagen stiess die Kantonspolizei im Anschluss an die Festnahme des Beschuldigten. Darin stellte sie ein Kalaschnikow-Sturmgewehr und zwei Pistolen sicher, die auf den Mann registriert sind. Diese Waffen sowie am Tatort gefundene Patronenhülsen lassen sich dem Beschuldigten zuordnen. Auch lässt das Verletzungsbild der Opfer entsprechende Rückschlüsse zu.

Nach ersten Erkenntnissen muss der 43-Jährige mit dem Lieferwagen nach Aarau gefahren und dann zu Fuss auf das Gelände der Pferderennbahn gelangt sein, wo zu diesem Zeitpunkt der Rave-Event stattfand. Das Ergebnis der Tatortarbeiten lässt laut Kantonspolizei den Schluss zu, dass der Mann aus verschiedenen Positionen von aussen wahllos zahlreiche Schüsse auf das Festivalgelände abfeuerte.

Weiteres Opfer meldete sich

Die Tat forderte ein Todesopfer und fünf durch Schüsse verletzte Opfer. Zwei von ihnen befinden sich aktuell noch im Spital, sind jedoch ausser Lebensgefahr und dürften in den nächsten Tagen entlassen werden können. Möglicherweise durch ein abgepralltes Projektil leicht verletzt, hat sich inzwischen noch ein weiteres Opfer gemeldet. Mindestens ein Projektil hatte auch ein wegfahrendes Auto getroffen, worin sich vier Personen befunden hatten. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei all diesen Personen um Zufallsopfer handelt.

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat eine Strafuntersuchung eröffnet. Obwohl das genaue Motiv noch zu klären ist, lassen die Ermittlungen den vorläufigen Schluss zu, dass die Bluttat als Amoklauf einzustufen ist. Auch gibt es keinerlei Hinweise auf Terrorismus oder extremistische Motive. Weshalb der Rave-Event zum Ziel wurde, ist laut Kantonspolizei aktuell unklar. Stand heute bestehen jedoch keine Anzeichen auf Mittäter. Eine weitere Gefahr für die Öffentlichkeit ist gebannt.