Anschlag in Aarau: 22-jährige Frau tot, fünf teils schwer Verletzte - Polizei sucht Täter -Identität und Motiv auch am Abend noch unklar

Anschlag in Aarau: 22-jährige Frau tot, fünf teils schwer Verletzte - Polizei sucht Täter -Identität und Motiv auch am Abend noch unklar
Polizeikommandant Michael Leupold bei der Medienkonferenz. Screenshot ab TV

Heute um 18.30 Uhr informierte die Kantonspolizei Aargau in Schafisheim an einer Medienkonferenz über den Stand der Dinge nach den Schüssen vom frühen Morgen in Aarau. An der Medieninformation dabei waren der zuständige Regierungsrat Dieter Egli, Polizeikommandant Michael Leupold, Mathias Schildknecht (Abteilungschef stationierte Polizei) und Philipp Umbricht, leitender Oberstaatsanwalt.

Dieter Egli brachte seine Bestürzung und tiefe Betroffenheit darüber zum Ausdruck, dass ein Ort friedlichen Feierns zum Tatort eines Verbrechens wurde. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Angehölrigen und bei allen, die dies miterleben mussten. Er sagt, man wisse noch nicht, wer die Täterschaft und was das Motiv sei. Egli dankte allen Einsatzkräften.

Kantonspolizeikommandant Michael Leupold schickte voraus, man sei noch mitten im Grosseinsatz, ein Ende sei nicht absehbar, die ausgerufene Sonderlage gelte weiterhin. Die Täterschaft sei geflohen, es habe ab sofort eine nationale Fahndungslage gegolten. Man sichere weiterhin den öffentlichen Raum, verstärkt auch durch 30 Kollegen der Kantonspolizei Bern.

Die getötete Frau war 22-jährig, Italienerin mit Wohnsitz in der Schweiz. Von den fünf Verletzten sei einer schwer verletzt, es bestehe aber keine akute Lebensgefahr.

Man gehe von drei Hypothesen aus, ohne eine zu favorisieren:
1. Terroranschlag

  1. Amoklauf
  2. Kriminelles Geschehen (Abrechnung) mit unbekannter Motivlage.

Mathias Schildknecht ergänzte, auch die Bundeskriminalpolizei sowie Angehörige der Kantonspolizeien von Solothurn und Zürich seien mit im Einsatz (der Tatot ist unmittelbar an der Grenze zwischen den Kantonen Aargau und Solothurn).

2 verschiedene Waffen wurden benützt

Es wurden Patronen zweier Kaliber gefunden, die zu einer 9mm-Pistole oder Maschinenpistole und zu einer Langwaffe (etwa einem Sturmgewehr) passen. Die hohe Polizeipräsenz werde aufrecht erhalten.

Philipp Umbricht seinerseits sagte, man habe ein Strafverfahren eröffnet wegen des Verdachts auf vorsätzliche Töötung und versuchte vorsätzliche Tötung.

Regierung tief betroffen und spricht Mitgefühl aus

Inzwischen hat der Regierungsrat des Kantons Aargau auf "X" seine tiefe Betroffenheit über die Gewalttat in Aarau zum Ausdruck gebracht und verurteilt diese. Der Regierungsrat ist tief betroffen über die Gewalttat in Aarau und verurteilt diese. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die dieses schreckliche Ereignis miterleben mussten. Und weiter: "Grosser Dank gilt den Einsatzkräften und allen Beteiligten und sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die dieses schreckliche Ereignis miterleben mussten. Grosser Dank gilt den Einsatzkräften und allen Beteiligten."

Darum geht es: In Aarau hat es nächtliche Schüsse bei einer Veranstaltung im Schachen gegeben. Die Kantonspolizei Aargau schrieb am Sonntagmorgen vor sechs Uhr auf dem Kurznachrichtendienst X, es gebe mehrere Opfer. Ein Grosseinsatz der Polizei lief. Die Kantonspolizei forderte die Menschen auf, dem Gebiet fern zu bleiben. Das dürfte sich wohl gerade an frühmorgendliche Jogger und Hundespaziergänger gerichtet haben, die gern der Aare entlang unterwegs sind, aber auch an Neugierige.

Sechs Opfer

Nach vorläufigen Erkenntnissen haben die nächtlichen Schüsse in Aarau sechs Opfer gefordert. Eine 22-jährige Frau (eine Italienerin) erlag laut Kantonspolizeiangaben vor Ort ihren Verletzungen. Leicht bis schwer verletzt im Spital befinden sich vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 27 Jahren. Unter ihnen sind laut Medienmeldung vier Schweizer, die Verletzte ist deutsche Staatsangehörige. Alle Opfer haben laut Polizeiangaben ihren Wohnsitz in der Schweiz.

Die Kantonspolizei bittet darum, Videos und Bilder an den Insta-Kanal Kantonspolizei_Aargau zu senden. Bekanntlich werden heute an Anlässen von den Besucherinnen und Besuchern zahllose Fotos und Videos mit dem Handy gemacht. Nach wie vor läuft die Fahndung nach der unbekannten Täterschaft. Die Kantonspolizei Aargau ist mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

Schussabgaben ca. 02.30 Uhr morgens

Über dem frühsonntäglichen Aarau im Raum Schachen hörte man vor 6 Uhr früh längere Zeit einen Helikopter kreisen. Laut SRG war es ein Superpuma der Armee. Um ca. halb 3 Uhr morgens gab Schussabgaben an einem Anlass, ein Rave, der auf der Pferderennbahn Aarau stattfand. Auf einem von "Blick" geposteten Video sind meherere Schüsse in rascher Abfolge zu hören. Zahlreiche Polizeiautos, Ambulanzen und die Feuerwehr waren vor Ort. Auf dem Gelände der Pferderennbahn hatte es am Samstag 29. August einen Rave gegeben. Dieser fand parallel zu einem anderen Grossanlass (Musig i de Altstadt) in der Aarauer Altstadt von Freitag und Samstag statt.

Neben der Kantonspolizei Aargau und der Feuerwehrstanden mehrere Rettungsdienste im Einsatz. Ebenfalls aufgeboten worden ist das Kantonale Katastrophen Einsatzelement (KKE) des Kantons Aargau. Die Polizei spricht von einer Sonderlage.