Grossrätinnen und Grossräte von SP, Grünen, GLP und EVP verlangen Hitze-Aktionsplan
Die aktuelle Hitzewelle zeigt einmal mehr: Die Folgen des Klimawandels sind auch im Aargau spürbar. Hohe Temperaturen belasten besonders ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich gefährdete Personen. Gleichzeitig stellen sie Schulen, öffentliche Einrichtungen, Arbeitgeber und die Infrastruktur vor neue Herausforderungen.Vor diesem Hintergrund reichen mehrere Grossrätinnen und Grossräte aus den Bereichen Umwelt-, Gesundheit- und Bildungspolitik gemeinsam fünf Vorstösse ein. Diu8es halten die Verfasserinnen und Verfasser von fünf heute eingereichten Vorstössen im Grossen Rat in einer Medienmitteilung fest.
Die Vorstösse stammen aus verschiedenen Parteien und Politikfeldern, verfolgen aber laut Mitteilung ein gemeinsames Ziel: den Aargau besser auf zunehmende Hitzeperioden vorzubereiten und die Lebensqualität der Bevölkerung langfristig zu sichern.
- Die Motion «Hitzeaktionsplan: Wirkungsvoller Schutz für vulnerable Menschen» verlangt einen kantonalen Hitzeaktionsplan mit Frühwarnsystem, Richtlinien und klaren Abläufen zum Schutz besonders gefährdeter Personen.
- Die Interpellation «Hitzeschutz in kantonseigenen Gebäuden» untersucht, wie der Kanton seine Verantwortung als Arbeitgeber sowie als Betreiber von Asylunterkünften wahrnimmt und wie vulnerable Personen besser geschützt werden können.
- Die Interpellation «Sommerlicher Wärmeschutz» thematisiert die Frage, ob Neubauten bereits heute konsequent auf die klimatischen Bedingungen der Zukunft ausgelegt werden.
- Das Postulat «Kühlere Siedlungen und Klimaresilienz durch verstärkte Entsiegelung von Flächen» verlangt, dass der Kanton die Potenziale für Entsiegelungen systematischer erfasst und bestehende Aktivitäten verstärkt.
- Das Postulat «Schaffung gesetzlicher Grundlagen für flexible Hitzeschutzmassnahmen an Aargauer Volks- und Kantonsschulen» verlangt, dass der Kanton Grundlagen und Handlungsspielräume für Schulen, Schulleitungen und Gemeinden bei ausserordentlichen Hitzeereignissen prüft.
Ziel seien pragmatische Massnahmen vor Ort. Dazu wird Mirjam Kosch, Grossrätin GRÜNE, wiefolgt zitiert: «Schutz vor Hitze ist keine Frage von entweder-oder: Es braucht grüne Infrastruktur und technische Lösungen. Bäume und Klimaanlagen. Kurzfristige Massnahmen für die aktuelle Hitzewelle und langfristige Anpassung von Gebäuden und Quartieren. Klar ist aber auch: Klimaanpassung allein genügt nicht – ebenso entscheidend bleibt, den Klimawandel zu begrenzen und die Emissionen konsequent zu senken»
Matthias Betsche, Grossrat GLP, wird do zitiert:
«Asphaltierte und versiegelte Flächen heizen sich an Sommertagen stark auf und verstärken die Hitzebelastung in unseren Siedlungen. Entsiegelungen gehören zu den wirksamsten Massnahmen, um Quartiere abzukühlen und die Lebensqualität auch an heissen Tagen zu erhalten.»
Stefan Dietrich, Grossrat SP, sagt:
«Hitze an Schulen ist kein Randthema mehr. Überhitzte Klassenzimmer belasten Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen. Schulen brauchen klare Handlungsspielräume, verlässliche Zuständigkeiten und pragmatische Lösungen vor Ort – nicht als Symbolpolitik, sondern als konkreten Gesundheitsschutz für Schülerinnen und Schüler sowie alle Beschäftigten in den Schulen.»
Barbara Stocker Kalberer, Grossrätin SP: «Eine Hitzewarnung allein schützt noch niemanden. Gerade ältere, chronisch kranke und betreuungsbedürftige Menschen sind darauf angewiesen, dass Warnungen konkrete Schutzmassnahmen auslösen. Dafür braucht es klare Richtlinien, verbindliche Abläufe und eine zentrale Koordination im Kanton.»