SP Aargau nominiert Wermuth bereits für die Wahlen 2027

Die SP Aargau hat an ihrem heutigen Parteitag zentrale Weichen für das politische Jahr 2026 und darüber hinaus gestellt, wie sie mitteilt. Im Mittelpunkt standen die intensiven Diskussionen zu den nationalen und kantonalen Abstimmungsvorlagen sowie die Nomination von Cédric Wermuth für eine weitere Amtszeit im Nationalrat. Aufgrund der parteiinternen Statutenreglungen (Amtszeitbeschränkung) sowie aufgrund der Planungssicherheit sei eine frühzeitige Bestätigung sinnvoll, heisst es dazu.

Die Delegierten sprachen Wermuth mit grosser Unterstützung das Vertrauen aus. Seine langjährige Erfahrung, seine starke nationale Präsenz und sein Engagement für soziale Gerechtigkeit wurden mehrfach hervorgehoben. Die Nomination ermöglicht Wermuth, auch für das Co-Präsidium der SP Schweiz erneut anzutreten.

Überraschende Stimmfreigabe bei Referendum VERAS
In einer lebhaften Podiumsdiskussion mit Lucia Lanz (Pro), Gian von Planta (Kontra) und moderiert von Marius Fedeli, wurden die verkehrs- und raumplanerischen Auswirkungen des Projekts kontrovers beleuchtet.
Nach einer engagierten Diskussion beschlossen die Delegierten Stimmfreigabe für die Abstimmungsvorlage. Das ist insofern überraschend, als ja die grossmehrheitliche SP-Fraktion zuvor im Grossen Rat zusammen mit Grünen und GLP das Behördenreferendum ergriffen hat.

Nein zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!»
Der Fachinputs von Michele Puleo (Geschäftsleiter Anlaufstelle Integration Aargau) zeigte auf, "wie stark die Initiative migrationspolitische Mythen bedient und welche realen Herausforderungen in der Integrationspolitik bestehen", teilt die SP dazu mit. Die Delegierten fassten die NEIN-Parole.

Revision des Zivildienstgesetzes (ZDG)
Sandro Covo
(GL SP Aargau) erläuterte die Auswirkungen der Gesetzesänderung auf den Zivildienst und die Bedeutung eines starken freiwilligen Engagements.
Auch hier fassten die Delegierten klar die NEIN-Parole.

Aargauische Volksinitiative «Bildungsqualität sichern – JETZT!»
Elisabeth Abassi und Roger Sax
(Vorstand Bildung Aargau) unterstrichen die Dringlichkeit, die Qualität der Volksschule zu stärken und die Belastung der Lehrpersonen zu reduzieren. Die Delegierten fassten die JA-Parole.

Abstimmungsvorlagen Herbst 2026: Neutralität und Kriegsmaterialgesetz
Da der nächste Parteitag knapp vor den September-Abstimmungen stattfindet, wurden auch bereits die Parolen für wahrscheinliche Abstimmungen im Herbst gefasst:

Neutralitätsinitiative
Mia Jenni
(Grossrätin und Co-Fraktionspräsidentin) zeigte auf, weshalb die Initiative die internationale Handlungsfähigkeit der Schweiz gefährden würde.
Leo Keller (Präsident Fachausschuss Klima und Energie) präsentierte die Positionen der Gruppe «Linke und Grüne für die Neutralitätsinitiative»
Die Delegierten folgten deutlich der Empfehlung der GL und fassten die NEIN-Parole.

Revision des Kriegsmaterialgesetzes
Sandro Covo
(GL SP Aargau) erläuterte die sicherheitspolitischen und ethischen Dimensionen der Vorlage.
Die Delegierten fassten die NEIN-Parole.

Weitere Geschäfte: Jahresberichte, Finanzen, Wahlen und Ehrungen
Die Delegierten genehmigten die Jahresberichte 2025, nahmen die Jahresrechnung 2025 ab und beschlossen die Verwendung des Überschusses als Rückstellung für die Wahlen, gedachten der verstorbenen Mitglieder, ehrten langjährige Mitglieder und verabschiedeten engagierte Fachpersonen aus Ausschüssen und bestätigten in den zweijährlich stattfindenden Bestätigungswahlen die Parteiämter wie das Co-Präsidium, die Geschäftsleitung, die Parteisekretär:innen, die Revisor:innen, sowie die Fachausschusspräsidien.