Regierung hofft auf Hitachi in Wettingen und schafft die planerischen Voraussetzungen

Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat den Richtplan im Gebiet Tägerhardächer in Wettingen anzupassen. Die geplante Richtplananpassung schafft die planerischen Voraussetzungen für die Realisierung des Campus von Hitachi Energy. Damit könnten im Aargau 1'000 bestehende Arbeitsplätze gesichert und bis zu 2'000 neue Arbeitsplätze angesiedelt werden, die Wirtschaft des Limmattals gestärkt und die regionale Infrastruktur weiterentwickelt werden – vorausgesetzt, das Unternehmen entscheidet sich für den Standort. Dies teilt die staatskanzlei mit.

Das international tätige Industrieunternehmen Hitachi Energy prüft im Rahmen der langfristigen Produktionsplanung verschiedene Standorte für die Erweiterung der Kapazitäten und den Zusammenzug bestehender Arbeitsplätze. Das Gebiet Tägerhardächer in Wettingen ist dabei eine der favorisierten Optionen. Die vorliegende Richtplananpassung schafft die notwendigen planerischen Voraussetzungen für diese mögliche Ansiedlung. Der Gemeinderat Wettingen hat die entsprechende Richtplananpassung gestellt; der Regionalplanungsverband Baden Regio unterstützt die Anpassung.

Das künftige Arbeitsplatzgebiet ist als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt (ESP) von kantonaler Bedeutung in den Richtplan aufzunehmen und benötigt die Festsetzung von 10,7 Hektaren Siedlungsgebiet. Das Gebiet Tägerhardächer befindet sich aktuell im Landwirtschaftsgebiet und wird teilweise von einem Siedlungstrenngürtel überlagert. Entsprechend sind die Fruchtfolgeflächen (FFF) und der Siedlungstrenngürtel zu reduzieren. Ziel ist es, möglichst grosse Landwirtschaftsflächen andernorts zu FFF aufzuwerten, damit der Verlust insgesamt geringgehalten werden kann.

Ergebnis des Anhörungsverfahrens ausgewertet

Am Anhörungs- und Mitwirkungsverfahren vom 23. Januar bis zum 27. März 2026 haben sich 60 Mitwirkende beteiligt. Die wirtschaftliche Bedeutung der Ansiedlung für den Kanton Aargau wird grossmehrheitlich anerkannt. Kritisch beurteilt wurden insbesondere die Inanspruchnahme von Kulturland/FFF, die Beeinträchtigung des Siedlungstrenngürtels und der Landschaftsspange Sulperg-Rüsler (regionaler Sachplan) sowie verkehrliche Belange.

Nach Prüfung der Unterlagen, der Anhörungsergebnisse und der vorgenommenen Interessenabwägung beurteilt der Regierungsrat das Vorhaben aus kantonaler Sicht als zweckmässig und im Rahmen des Richtplans als räumlich abgestimmt. Es besteht ein überwiegendes Interesse an der geplanten Ansiedlung; raumbezogene Konflikte gibt es nicht. Auch der Regionalplanungsverband und die Standortgemeinde würdigen das Projekt positiv. Die Interessen und Vorbehalte der Nachbargemeinden – insbesondere die verkehrlichen Auswirkungen – werden in der weiteren Bearbeitung berücksichtigt. Auf Grundlage des Gesamtverkehrskonzepts Raum Baden und Umgebung wird die Erschliessung für den öffentlichen Verkehr, Fuss und Veloverkehr attraktiv gestaltet, um die verkehrlichen Auswirkungen auf die benachbarten Gemeinden so gering wie möglich zu halten.

Der definitive Standortentscheid seitens Unternehmen steht noch aus. Die Richtplananpassung ist laut Mitteilung auf die konkrete Ansiedlung von Hitachi Energy ausgerichtet. Entscheidet sich das Unternehmen gegen den Standort Wettingen, werden sämtliche vom Grossen Rat gefassten Beschlüsse dahinfallen.

Ausserordentliche Entwicklungschance für Wirtschaft und Region

Aufgrund der geografischen Fokussierung auf den Raum Zürich–Limmattal–Baden und der klaren Präferenzen von Hitachi hat die Standortförderung nach sorgfältiger Prüfung das Gebiet Tägerhardächer als optimalen Standort für den geplanten Campus empfohlen.

Der Standort ist verkehrstechnisch bereits heute sehr gut erschlossen, ein direkter Autobahnanschluss gewährleistet eine effiziente Logistik. Zudem können geplante ÖV-Massnahmen die Anbindung, insbesondere an die Bahn, kontinuierlich verbessern. Das Areal ermöglicht eine zusammenhängende, ausbaufähige Campuslösung und bietet nicht zuletzt auch ökologisch Vorteile gegenüber der heute an verschiedenen Standorten in der Region verteilten Produktion. Zudem liegt es mitten in einem bestehenden regionalen Cluster von verschiedenen kleineren und grösseren Unternehmen im Energiesektor, der mit der Ansiedlung gestärkt würde.

Hitachi beschäftigt bereits heute etwa 1'000 Mitarbeitende im Kanton Aargau. Würde sich das Unternehmen stattdessen für einen Standort ausserhalb des Kantons entscheiden, ginge dieses Beschäftigungspotenzial dem Aargau mit grosser Wahrscheinlichkeit verloren. Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli betont denn auch: "Entscheidend ist, dass diese rund 1’000 Stellen im Kanton bleiben." Das Projekt stärkt Wettingen, Baden und das gesamte Limmattal als Arbeits- und Lebensraum.

Es entstehen qualifizierte Arbeitsplätze und zusätzliche Ausbildungsplätze, von denen die gesamte Region profitiert – die lokale Wirtschaft, das Gewerbe und die Bevölkerung" Dieter Egli, Volkswirtschaftsdirektor

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