Neue Ausstellung auf Schloss Hallwyl entführt in die Welt von Wilhelmina von Hallwyl
Wer war die Frau, die Schloss Hallwyl vor dem Verfall rettete und für die Öffentlichkeit zugänglich machte? Die erweiterte Dauerausstellung im Schloss Hallwyl widmet sich dem beeindruckenden Leben von Wilhelmina von Hallwyl (1844–1930). Duies teilt Museum Aargau mit.
Von ihrer Kindheit in Schweden über abenteuerliche Reisen nach Ägypten bis hin zur akribischen Erforschung des Wasserschlosses: Die neuen Ausstellungsräume machen die Geschichte einer aussergewöhnlichen Sammlerin und Pionierin für Gross und Klein erlebbar.
Schloss zurückgekauft
Wo heute Besucherinnen und Besucher durch die historischen Räume von Schloss Hallwyl schlendern, lief Anfang des 20. Jahrhunderts eine umfassende Rettungsaktion. Wilhelmina von Hallwyl, gebürtige Schwedin aus einer wohlhabenden Industriellenfamilie, kaufte gemeinsam mit ihrem Mann Walther das Schloss von ihrem Schwager, Hans von Hallwyl, zurück. Von 1910 bis 1916 liess sie die Anlage archäologisch untersuchen und nach denkmalpflegerischen Richtlinien restaurieren. 1925 gründete sie eine Stiftung, um das Schloss für die Nachwelt zu erhalten. 1994 übergab die Hallwil-Stiftung das Schloss dem Kanton Aargau – heute ist es ein beliebter und wirklich besuchenswerter Standort von Museum Aargau.
Von Muscheln, Krokodilen und historischen Schätzen
Die neu eröffneten Ausstellungsräume bieten einen leicht verständlichen und anschaulichen Einblick in das vielseitige Leben dieser aussergewöhnlichen Frau. In zwei stimmungsvoll gestalteten Räumen wird ihre Biografie greifbar: • Herkunft, Heirat und Reise nach Ägypten: Der erste Raum widmet sich Wilhelminas Wurzeln, dem Kennenlernen ihres Mannes Walther im Kurort Bad Homburg sowie ihrer gemeinsamen Orientreise.
Eine Lichtinstallation beleuchtet die verschiedenen Facetten ihres Lebens. Zu den Ausstellungsstücken gehören unter anderem Teile des Hochzeitsgeschirrs und ein ägyptischer Fusskratzer in Krokodilform als Symbol ihrer Nilreise.
Restaurierung, Forschung und Stiftung: Im zweiten Raum steht die Geschichte des Wiedererwerbs und der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Schlosses im Mittelpunkt. Ein Highlight ist eine Original-Kiste, in der Ausgrabungsfunde einst zur Untersuchung nach Stockholm und wieder zurückgeschickt wurden. Neben echten Keramiken, Werkzeugen und Schmuckstücken laden digitale Medienstationen dazu ein, Wilhelminas Sammlungen im Landesmuseum Zürich und im Museum "Hallwylska museet" in Stockholm zu entdecken.
Die erweiterte Dauerausstellung zeigt, wie viel Leidenschaft, Mut und Weitblick Wilhelmina von Hallwyl investierte, um das kulturelle Erbe im Seetal zu bewahren. Mit anschaulichen Objekten, kurzen Texten und interaktiven Medien wird ihre facettenreiche Persönlichkeit greifbar und inspirierend präsentiert.