Nach mutmasslichem Drohnenüberflug: wie "Stern von Laufenburg" schützen?
In einer Interpellation stellen Daniele Mezzi, Mitte, Laufenburg (Sprecher), Alfons Paul Kaufmann, Mitte, Wallbach, Fragen zum Schutz kritischer Infrastrukturen am „Stern von Laufenburg“. Die Schweiz ist mit 41 Stromleitungen eng mit ihren Nachbarländern vernetzt. Der im Jahre 1958 entstandene sogenannte „Stern von Laufenburg“, der diese 41 Leitungen auf der höchsten Netz ebene zusammenführt, leistet als Stromdrehscheibe einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit der europäischen Stromversorgung, schreiben die beiden Interpellanten.
Das europäische Verbundnetz garantiert die sichere Stromversor gung von über 30 Ländern mit über 530 Millionen Konsumenten. Der „Stern von Laufenburg“ sei damit schlicht die zentrale kritische Infrastruktur der Schweiz und Europas im Bereich Stromversor gung. Neben der durch Swissgrid betriebenen Schaltanlage und des dazugehörenden Unterwerks entsteht zurzeit durch die Firma FlexBase gleich daneben der weltweit grösste Batteriespeicher und ein KI Rechenzentrum. Der Batteriespeicher dient insbesondere der Integration der volatilen Stromflüsse der erneuerbaren Energie aus Solar- und Windkraft und ermöglicht dadurch auch die Stabilisierung des europäischen Verbundnetzes. Für dessen Anschluss ans Netz baut Axpo ebenfalls ein neues Unterwerk im Auftrag von FlexBase.
Sich verändernde Sicherheitslage
Die Perimeter aller dieser kritischen Infrastrukturen grenzen direkt aneinander und sind bis heute nur wenig geschützt, schreiben Mezzi und Kaufmann. Diese kritische Infrastruktur müsse daher heute und in Zukunft im Lichte der sich rasant verändernden Sicherheitslage und unter Berücksichtigung der Bedrohung durch hybride Kriegsführung, insbeson dere durch Sabotage und Drohnen, in Europa umfassend geschützt werden. Der Regierungsrat wird in diesem Zusammenhang gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
1. Ist sich der Regierungsrat der Bedeutung und der Systemrelevanz der bestehenden und der noch entstehenden kritischen Infrastrukturen von Swissgrid, FlexBase und Axpo am „Stern von Laufenburg“ bewusst?
- Wie gedenkt der Regierungsrat den Schutz kritischer Infrastrukturen (SKI) am „Stern von Lau fenburg“ gemäss der nationalen SKI-Strategie des Bundesrates sicherzustellen? Dies insbesondere im Hinblick auf die sich rasant verändernde Sicherheitslage in Europa und unter Berücksichtigung der Bedrohung durch hybride Kriegsführung.
- Offenbar wurden Anfang Oktober 2025 trotz Flugverbotszone unbekannte und bis heute nicht identifizierte Drohnen über der Schaltanlage gesichtet. Wie soll zukünftig der Schutz gegen un erlaubte Drohnenflüge über kritischen Infrastrukturen sichergestellt werden?
- Wie gedenkt der Regierungsrat den Schutz gegen Sabotage an kritischen Infrastrukturen sicher zustellen?
- Bei einer ernsthaften Bedrohung der Schweiz dürften die verhältnismässig bescheidenen Mittel der Armee nicht – oder nur sehr eingeschränkt – für die Unterstützung der zivilen Behörden im Bereich der subsidiären Sicherungseinsätze zur Verfügung stehen. Wie gedenkt der Regierungsrat, damit umzugehen?
- Die Swissgrid in Aarau dürfte bereits in einer frühen Phase einer Eskalation ein lohnendes Ziel für einen Sabotageakt bis hin zu einem gegnerischen Angriff sein. Wurden beim Bau dieses Neubaus die entsprechend notwendigen Schutzmassnahmen getroffen? Genügen diese zumin dest einem Drohnenangriff? Verfügt die Swissgrid über einen unterirdisch geschützten Aus weichstandort? Wie funktionieren in diesem Fall der Kontakt bzw. die Absprachen zwischen dem Bund und dem Kanton Aargau?
- Die kritische Infrastruktur grenzt an Wohngebiete. Welche Vorkehrungen hat der Regierungsrat hinsichtlich der Alarmierung und des Schutzes der Bevölkerung im Falle einer Bedrohung durch Sabotage oder Terrorangriffe getroffen?