Nach dem Hitzesommer: Forderungen zur Temperatur in Kitas, Kindergärten und Schulen
Die Aargauer SP-Nationalrätin Simona Brizzi hat eine Motion eingereicht, in der sie Forderungen zu den zulässigen Höchsttemperaturen in Kindertagesstätten, Einrichtungen der schulischen Betreuung und in Schulzimmern stellt.
Konkret will sie folgendes: "Der Bund soll gemeinsam mit den Kantonen gesetzliche Grundlagen für verbindliche Höchsttemperaturen in Kindertagesstätten, Einrichtungen der schulischen Betreuung und in Schulzimmern bis und mit Sekundarstufe II schaffen. Für den regulären Unterricht sowie für die Nutzung von Innenräumen in Kindertagesstätten und Einrichtungen der schulischen Betreuung soll eine Obergrenze zum Schutz der Gesundheit festgelegt werden."
Überhitzte Innenräume beeinträchtigen Gesundheit, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und die Qualität von Unterricht und Betreuung
Brizzi begründet dies so: Kinder, Jugendliche, Lehrpersonen und Fachpersonen sind zunehmend häufiger hohen Temperaturen in Kindertagesstätten, Einrichtungen der schulischen Betreuung und in Schulzimmern ausgesetzt. Überhitzte Innenräume beeinträchtigen die Gesundheit, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und die Qualität von Unterricht und Betreuung. Im Pilotprojekt „Schulen trotzen der Hitze” (Montreux, Locarno) des Bundesamts für Umwelt sei festgestellt worden, dass in den untersuchten Gebäuden zeitweise Temperaturen von über 26 °C erreicht wurden. Die hohen Temperaturen beeinträchtigten die Konzentration und Produktivität der Schülerinnen und Schüler; zudem fühlten sie sich müde und unwohl.
Das Bundesamt für Gesundheit weist darauf hin, so Brizzi im Vorstoss weiter, "dass die gesundheitlichen Risiken durch Hitze ab Tageshöchsttemperaturen von 30°C deutlich zunehmen. Besonders Säuglinge, Kleinkinder und gesundheitlich vorbelastete Kinder können durch Hitze gefährdet sein, weil sie sich weniger gut an hohe Temperaturen anpassen können".
Einheitliche und verbindliche Höchsttemperaturen fehlen
Heute fehlen in der Schweiz einheitliche und verbindliche Höchsttemperaturen für Kindertagesstätten, schulische Betreuungseinrichtungen und Schulzimmer. Dadurch hänge der Schutz der Kinder stark vom jeweiligen Wohnkanton, von der Gemeinde, vom Gebäude und von den Entscheiden der einzelnen Institutionen ab, so Brizzi. Diese Unterschiede seien weder aus gesundheitlicher Sicht noch mit Blick auf die Chancengerechtigkeit vertretbar. Die Motion stärke somit den Gesundheitsschutz, die Bildungsqualität und die Chancengerechtigkeit, schliesst Brizzi.