Kommissionen für Anmietung zusätzlichen Schulraums an der Laurenzenvorstadt in Aarau

Kommissionen für Anmietung zusätzlichen Schulraums an der Laurenzenvorstadt in Aarau
Hanspeter Hilfiker, Präsident der Kommission für Allgemeine Verwaltung und Stadtpräsident von Aarau. Foto: Michael Küng

Die Kantonsschulen im Aargauer Mittelland waren im Schuljahr 2025/26 zu 116 Prozent ausgelastet. Die Anmietung der Liegenschaft an der Laurenzenvorstadt 9 in Aarau soll kurzfristig Abhilfe schaffen. Die Kommissionen für Bildung, Kultur und Sport (BKS) sowie für allgemein Verwaltung (AVW) des Aargauer Grossen Rats stimmten dem vom Regierungsrat dafür beantragten Verpflichtungskredit zu. Dies teilt der Parlamentsdienst mit.

Die sechs Kantonsschulen im Aargauer Mittelland sind seit Jahren überlastet. Eine nachhaltige Entlastung durch die Umsetzung von langfristigen Massnahmen wird erst in den 2030er-Jahren erreicht. In der Zwischenzeit soll der vorläufig weiter steigende Schulraumbedarf der Kantonsschulen nach Vorschlag des Regierungsrats unter anderem durch die Anmietung einer Liegenschaft an der Laurenzenvorstadt in Aarau gedeckt werden. Das Vorhaben soll den Kanton Aargau rund 6,55 Millionen Franken für den Mieterausbau plus jährlich rund 450'000 Franken Miete kosten.

Anerkannter Bedarf

Die Kommissionsmitglieder erkennen laut Mitteilung den grossen Bedarf nach zusätzlichem Schulraum an. Positiv hervorgehoben wurde die Nähe des Gebäudes zu den beiden Kantonsschulen in Aarau und zum Bahnhof. Lob gab es auch dafür, dass mit einer geringen Eingriffstiefe und der Weiter- oder Wiederverwendung – wo möglich – von gebrauchten Bauteilen die Kosten tief gehalten werden sollen. Zudem wurde der geplante Anschluss des Gebäudes ans Fernwärmenetz und die Möglichkeit begrüsst, die Schulzimmer mit Kälteenergie aus erneuerbarer Energie zu kühlen.

Kritik an der Pflästerlipolitik und an den Kosten

Die Kommissionmitglieder beanstanden allerdings, dass einmal mehr ein Provisorium notwendig wird, weil sich die Umsetzung von langfristigen Massnahmen zu lange verzögert. Derartige Übergangslösungen seien teuer und könnten durch eine rechtzeitige Planung vermieden werden. Mehrere Kommissionsmitglieder weisen darauf hin, dass einmal mehr ein Bürogebäude in Schulraum umgestaltet werde. Dadurch fehle beispielsweise die Sportinfrastruktur.

Sowohl in der Kommission BKS als auch in der Kommission AVW wurden die Kosten für den Mieterausbau kritisiert. Besonders irritiert zeigten sich manche Kommissionsmitglieder darüber, dass die vom Kanton vorgenommenen Um- und Ausbauten, wie beispielsweise ein Lift, nach Beendigung des Mietverhältnisses ohne Abgeltung an die Vermieterin fallen soll. Eine Minderheit der Kommission BKS sprach sich deshalb für eine Kürzung des Kredits um 10 Prozent aus, während eine Minderheit der Kommission AVW den Kredit auf 6 Millionen Franken kürzen will. Die Kommissionen AVW und BKS erkennen aber mehrheitlich den Bedarf und die Dringlichkeit des Vorhabens und empfehlen dem Grossen Rat die Genehmigung des vom Regierungsrat beantragten Kredits.

Das Geschäft wird voraussichtlich im September 2026 im Grossen Rat behandelt.