Keck: Jungfreisinnige Aargau fordern steuerfreie Überstunden

Keck: Jungfreisinnige Aargau fordern steuerfreie Überstunden
Etienne Frey. Foto: ZVG

Mehr Einsatz bedeutet heute auch mehr Steuern. Wer freiwillig länger arbeitet, muss den zusätzlichen Verdienst mit dem Staat teilen. Besonders betroffen sind junge Menschen und Familien, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen und für ihren Karriereweg zusätzliche Arbeit leisten. Dies schreiben die Jungfreisinnigen Aargau (JF) in einer Mitteilung.

Sie fordern deshalb, ausbezahlte Überstunden von den Kantons- und Gemeindesteuern zu befreien. Der Kanton Aargau sei als Industrie- und Wirtschaftsstandort auf Menschen angewiesen, die bereit sind, mehr zu leisten. Besonders im Gesundheitswesen, in der Informatik sowie in technischen und industriellen Berufen fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Erst im April hielt der Bundesrat fest, dass das Arbeitspotenzial besser ausgeschöpft werden soll.

"Mehrarbeit zahlt sich heute zu wenig aus"

Dabei verwies er auch auf den zunehmenden Teilzeittrend. Wer freiwillig mehr arbeitet, helfe, vorhandenes Arbeitspotenzial besser zu nutzen. Doch Mehrarbeit zahle sich heute zu wenig aus. Der Staat kassiere nicht nur bei jeder ausbezahlten Überstunde mit. Aufgrund der Steuerprogression könne er beim zusätzlichen Einkommen auch noch stärker zugreifen. Kein Wunder, so die JF Aargau, "überlegen sich viele zweimal, ob sich die zusätzliche Schicht oder der längere Arbeitstag überhaupt noch auszahlt".

Besonders stossend sei das für junge Menschen und Familien. Viele stehen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn, bauen sich eine Existenz oder gründen ein eigenes Unternehmen und sind bereit, dafür mehr zu leisten. Statt ihren Einsatz zu fördern, nehme ihnen der Staat einen Teil des zusätzlichen Verdienstes wieder weg. «Die Überstunden leisten die Arbeitnehmenden, doch der Staat kassiert mit. Wer freiwillig mehr arbeitet, soll den zusätzlichen Einsatz auch deutlich im Portemonnaie spüren und nicht bloss auf der Steuerrechnung», wird Etienne Frey, Präsident der Jungfreisinnigen Aargau, zitiert.

«Der Aargau beklagt fehlende Fachkräfte und bestraft gleichzeitig jene, die freiwillig mehr arbeiten. Das ist stossend», ergänzt Timon Siffert, Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen Aargau. Mehrarbeit darf nicht bestraft werden. Sie muss sich wieder spürbar auszahlen, insbesondere für junge Menschen und Familien. Die Jungfreisinnigen Aargau fordern den Regierungsrat deshalb auf, eine entsprechende Änderung des Steuergesetzes auszuarbeiten.