Hitachi entscheidet sich für Otelfingen – Kanton Aargau zieht Bilanz
Nach gründlicher Prüfung hat Hitachi entschieden, das neue Werk nicht in Wettingen im Kanton Aargau zu bauen. Wettingen blieb bis zuletzt eine echte Option, weil Kanton, Region und Gemeinde eng zusammenarbeiteten und Hitachi eine interessante Perspektive boten. Dies teilt die Aargauer Staatskanzlei mit. Auch wenn Hitachi sich für die Nachbargemeinde entschieden hat, stärke die Ansiedlung den Schweizer Industriestandort, gebe dem Energie-Cluster im Limmattal neue Impulse und sichere langfristig die regionale Wertschöpfung, heisst es in der Mitteilung.
Die Standortförderung des Kantons Aargau stellte Hitachi eine Auswahl hochwertiger Flächen im gesamten Kanton für ihren geplanten Campus vor. Das Unternehmen konzentrierte sich aufgrund firmenspezifischer Kriterien – insbesondere der Nähe zu bestehenden Clustern und logistischen Anforderungen – auf das Limmattal. Dabei prüfte Hitachi die Standorte Wettingen und Otelfingen im Kanton Zürich vertieft.
Wahl zwischen zwei erstklassigen Standorten
Für seine langfristige Kapazitätsplanung hatte Hitachi die Wahl zwischen zwei qualitativ hochwertigen, benachbarten Standorten. Sowohl Wettingen als auch Otelfingen boten innerhalb des starken regionalen Energie-Clusters jeweils eigene Vorteile. Wettingen präsentierte dabei ein Projekt, das über die reine Flächenverfügbarkeit hinausging: eine Campuslösung in hochwertigem Umfeld, ausgelegt auf Beständigkeit, Erweiterbarkeit und hohe Qualität.
Stärkung des Schweizer Werkplatzes und der Region
Trotz des Entscheids für Otelfingen sieht der Kanton Aargau den überregionalen Nutzen der Ansiedlung. Der Schweizer Werkplatz gewinnt insgesamt, auch wenn die Ansiedlung nicht in Wettingen erfolgt. Es bestehen positive regionale Effekte über die Kantonsgrenzen hinweg, da der Energie-Cluster im Limmattal als Ganzes gefestigt wird. Das Interesse und Vorhaben eines Weltkonzerns wie Hitachi unterstreicht die Attraktivität der Region.
Arbeitsplätze gehen verloren
Hitachi ist heute ein bedeutender Arbeitgeber im Aargau. Vom Vorhaben betroffen sind insbesondere die Standorte Baden, Dättwil, Turgi und Seon, die in Otelfingen mittelfristig zusammengeführt werden sollen. Die Standorte Wettingen und Lenzburg (Semiconductors) bleiben bestehen. "Unser Ziel war es, die rund 1'000 betroffenen Arbeitsplätze im Kanton zu halten und die Region als Arbeitsstandort und Lebensraum weiterzuentwickeln. Wir bedauern, dass diese Arbeitsplätze nicht im Kanton Aargau gesichert werden konnten", erklärt Verena Rohrer, Leiterin der Standortförderung Aargau.
Antrag auf Rückzug der Richtplananpassung
Mit dem Entscheid gegen Wettingen entfällt die Grundlage für die laufende Anpassung des kantonalen Richtplans im Gebiet Tägerhardächer. Der Regierungsrat wird dem Büro des Grossen Rats einen Rückzug des Geschäfts beantragen. Da sämtliche Planungsschritte unter dem Vorbehalt eines positiven Standortentscheids standen, wird die vorgesehene bedingte Einzonung hinfällig und das Areal soll in der Landwirtschaftszone verbleiben.
Wertvolle Erfahrungen für künftige Projekte
Für Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli ist der Verlust von Arbeitsplätzen in der Region Baden ein harter Schlag: "Natürlich hätten wir uns einen anderen Entscheid von Hitachi gewünscht. Wir sind überzeugt, dass wir gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Ansiedlung eines Campus bieten können". Er sieht aber auch positive Aspekte an diesem komplexen Projekt. So habe man in diesem Prozess weitere Erfahrungen gesammelt, die bei künftigen Ansiedlungsprojekten genutzt werden können. Egli betont:
Alle beteiligten Fachstellen der Gemeinde, der Region und des Kantons haben gute Arbeit geleistet. Sie haben bewiesen, dass die Grundlagen für solche Ansiedlungen im Kanton Aargau geschaffen werden können, wenn alle politischen Akteure mitziehen."© KovatsVolkswirtschaftsdirektor Dieter Egli