Hitachi-Campus in Wettingen - GLP: Projekt Schicksalsfrage für den Kanton Aargau

Hitachi-Campus in Wettingen - GLP: Projekt Schicksalsfrage für den Kanton Aargau
Grossrätin Leandra Knecht: „Wir dürfen den Aargau nicht zum reinen Schlafkanton der Schweiz degradieren." Foto: Michael Küng

Die glp Aargau stimmt der Richtplananpassung für den Hitachi-Campus in Wettingen zu. Angesichts stagnierender Wirtschaftsdaten und sinkender Arbeitsplatzdichte sei das Projekt eine Schicksalsfrage für den Aargau.

Der Aargau wächst rasant – allerdings primär als Wohn- und Pendlerkanton, während das BIP pro Kopf im interkantonalen Vergleich besorgniserregend stagniert. Die Entwicklung in Wettingen sei die historische Chance, diesen Trend zu brechen. Wenn ein Weltkonzern wie Hitachi nicht im Aargau angesiedelt werden kann, wen dann und wo dann?, fragt die glp.

Tägerhardächer/Hitachi: Bauernverband anerkennt Dimension, Landwirtschaft brauche aber auch Platz
Der Bauernverband Aargau (BVA) nimmt zur Richtplananpassung im Gebiet Tägerhardächer in Wettingen Stellung und formuliert deutliche Vorbehalte. Es sei aus Sicht der Landwirtschaft nicht nachvollziehbar, dass ihre Entwicklung zunehmend eingeschränkt werde, während für ein einzelnes Grossprojekt weitreichende Ausnahmen geschaffen werden sollen, heisst es in der Mitteilung des BVA. Die geplante

„Wir dürfen den Aargau nicht zum reinen Schlafkanton der Schweiz degradieren. Wer die Wertschöpfung nach Zürich abwandern lässt, verliert die Gestaltungshoheit über die eigene Region.“ sagt Leandra Kern.

Die glp verknüpft ihre Zustimmung an klaren Bedingungen: Gefordert wird ein hochwertiger Wissenshub mit maximaler Flächeneffizienz durch mehrgeschossige und kompakte Bauweise. Verkehrstechnisch sei die zeitnahe Realisierung der S-Bahn-Haltestelle sowie die Limmattalbahn Anbindung zwingend, kombiniert mit einem strikten Parkplatz-Minimum. Ökologisch müsse sich das Areal als Teil der Landschaftsspange Sulperg-Rüsler integrieren und durch ein Maximum an ökologischen Massnahmen direkt auf dem Areal sowie in der Landschaftsspange einen Mehrwert schaffen. Zudem sei eine verursachergerechte Beteiligung des Unternehmens an den massiven Infrastrukturkosten sicherzustellen.

"Herausforderungen bei Verkehr und Siedlungsdruck bleiben identisch, egal ob der Campus in Wettingen oder in Otelfingen realisiert wird"

Weiter mahnt Leandra Kern: "Die Herausforderungen bei Verkehr und Siedlungsdruck bleiben identisch, egal ob der Campus in Wettingen oder im benachbarten Otelfingen (ZH) realisiert wird". Nur mit einem Standort im Aargau behält die Region jedoch die aktive Gestaltungshoheit und die nötige Steuerkraft, um diese Lasten auch bewältigen zu können. Die glp fordert die Gemeinden daher zu einem konstruktiven Schulterschluss auf, um diese einmalige Chance für den Kanton gemeinsam zu packen.