Grüne Aargau: der Raum Baden braucht ein Tram – und keinen Tunnel
Der Raum Baden braucht ein Tram – und keinen Tunnel. Mit dieser Forderung haben die GRÜNEN Aargau ihre Stellungnahme zum Gesamtverkehrskonzept Raum Baden und Umgebung eingereicht. Den angebotsorientierten Planungsansatz begrüssen die GRÜNEN grundsätzlich; nun müssen die richtigen Prioritäten gesetzt werden, verlangt die Partei in einer Medienmitteilung.
"Der künftige Verkehr findet im Kopf statt"
Der entscheidende Wandel müsse in den Köpfen der Menschen stattfinden. Grosse Bedeutung kommtedeshalb der Kommunikation zu. Ein Kulturwandel brauche Zeit; entsprechende Massnahmen müssten repetitiv und über einen langen Zeitraum erfolgen und alle Nutzergruppen ansprechen, so die Grünen. Wichtig seien auch sichtbare Resultate. Deshalb sollen die tief hängenden Früchte des Massnahmenfächers möglichst bald gepflückt werden. Die GRÜNEN begrüssen deshalb, dass im Bereich des Fuss- und Veloverkehrs der Behebung von Schwachstellen eine hohe Priorität eingeräumt wird.
Öffentlich zugängliche Parkfelder in Baden "Überangebot"
Besondere Bedeutung komme dem Parkplatzmanagement zu, denn das Parkierungsangebot sei die wichtigste Stellschraube für das Verkehrsaufkommen. Mit mehr als 5600 öffentlich zugänglichen Parkfeldern bestehe in der Stadt Baden ein Überangebot, das für das hohe Verkehrsaufkommen in der Region mitverantwortlich ist. Eine kontinuierliche Reduktion des Parkierungsangebots leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der gesteckten Ziele des GVK.
Der künftige Verkehr braucht eine hochqualitative Siedlungsqualität
Wer zu Fuss geht oder Velo fährt, braucht attraktive Wege und belebte Quartiere. Kurze Wege mit einer hohen Aufenthaltsqualität entlasten gemäss den Grünen nicht nur die Verkehrsinfrastruktur, sondern heben auch die Lebensqualität und fördern die Gesundheit. Diese Massnahmen liegen im Verantwortungsbereich der Gemeinden. Der Kanton müsse die Gemeinden bei der Umsetzung aktiv begleiten und unterstützen.
"Der künftige Verkehr findet im Tram statt"
Die Optionen zur künftigen Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs müssen zwingend im Richtplan verankert werden, verlangen die Grünen. Ausbau und Priorisierung des Busverkehrs werden explizit begrüsst. Für sie ist die Entwicklung eines Tramsystems als Rückgrat des ÖV im Raum Baden ein notwendiges Szenario, um die angestrebte Verschiebung des Modalsplits zugunsten flächeneffizienter und ökologischer Verkehrsmittel zu erreichen, denn der schienengebundene Verkehr ist sehr viel attraktiver als der Bus. Aus raumplanerischer Sicht wäre freilich ein schnelleres Vorangehen erwünscht, um die grösste Wirkung zu erzielen.
"Der künftige Verkehr findet nicht in Tunnels statt"
Erweiterungen des Strassennetzes, insbesondere einen Umfahrungstunnel, lehnen die GRÜNEN aus Gründen des Umwelt- und des Klimaschutzes, der fehlenden Zweckmässigkeit gemäss GVK-Zielen, der geologischen Risiken und des ungenügenden Kosten-Nutzen-Verhältnisses grundsätzlich ab. Der durch neue Strassen erzielte Verlagerungseffekt führt erfahrungsgemäss zu einer Verkehrszunahme (induzierter Verkehr). Die freigespielten Kapazitäten werden rasch wieder aufgefüllt, wenn nicht einschneidende flankierende Massnahmen dies verhindern. Der bestehende Eintrag eines Martinsbergtunnels als Zwischenergebnis soll wegen Unzumutbarkeit für das betroffene Siggenthal aus dem Richtplan gelöscht werden.