Grossrätin will Hitzeschutz- und Gesundheitsvorsorgekonzept von der Regierung prüfen lassen
Grossrätin Béa Bieber, GLP, Rheinfelden, will den Regierungsrat mit einem Postulat prüfen und Bericht erstatten lassen, "wie der Kanton Aargau ein kantonales, departementsübergreifendes Hitzeschutz- und Gesundheitsvorsorgekonzept entwickeln und umsetzen kann, mit besonderem Fokus auf den Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen"
Sie begründet ihren Vorstoss so: Der Klimawandel ist im Kanton Aargau bereits heute spürbar und wirke sich zunehmend auf die Gesundheit der Bevölkerung aus. Die Beantwortung der Interpellation vom 29. April 2025 zeige deutlich, dass Hitzewellen ein relevantes Gesundheitsrisiko darstellen, insbesondere für ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Kinder sowie Personen mit hoher körperlicher Belastung oder Arbeit im Freien .
Für das Jahr 2023 werden im Kanton Aargau schätzungsweise 47 hitzebedingte Todesfälle ausgewiesen, schreibt Bieber weiter. Gleichzeitig halte der Regierungsrat fest, dass der Kanton Aargau über keinen eigenen Hitzeschutzplan verfügt und dass für zentrale Bereiche – etwa Gesundheitskosten, Spitalbelastung oder konkrete kantonale Vorgaben für Institutionen – keine systematischen Daten oder Leitlinien vorliegen.
Zwar bestehen punktuelle Sensibilisierungs- und Informationsangebote sowie Hinweise auf die Verantwortung einzelner Akteure (Gemeinden, Gesundheitsfachpersonen, Institutionen). Diese Massnahmen seien jedoch nicht in einer übergeordneten, kohärenten Strategie gebündelt. Andere Kantone und Nachbarregionen hätten in den letzten Jahren spezifische Hitzeschutzpläne und Präventionskonzepte entwickelt, welche sowohl gesundheitspolitische als auch raumplanerische, soziale und kommunikative Aspekte integrieren, schrfeibt die Grossrätin weiter.
Strukturierte, vorausschauende und koordinierte Vorgehensweise prüfen"
Angesichts der prognostizierten Zunahme von Hitzetagen und Hitzewellen sowie der möglichen erheblichen gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgekosten erscheine es angezeigt, dass auch der Kanton Aargau eine strukturierte, vorausschauende und koordinierte Vorgehensweise prüft. Der Bericht des Regierungsrats soll insbesondere aufzeigen:
• welche Elemente ein kantonales Hitzeschutz- und Gesundheitsvorsorgekonzept umfassen sollte (z. B. Frühwarnsysteme, Prävention, Kommunikation, Zuständigkeiten),
• wie vulnerable Bevölkerungsgruppen gezielt geschützt werden können,
• wie Gemeinden, Alters- und Pflegeinstitutionen, Spitäler sowie Arbeitgeber eingebunden und unterstützt werden können, •
wie bestehende kantonale Instrumente (z. B. Klimakompass, Siedlungsentwicklung, Gesundheitsförderung) sinnvoll verknüpft werden können,
• und ob sowie in welcher Form eine bessere Datengrundlage zu gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Hitze geschaffen werden kann.
Das Postulat ziele ausdrücklich nicht auf eine sofortige Einführung neuer Regulierungen ab, betont Bieber, "sondern auf eine fundierte Prüfung und strategische Gesamtsicht, um den Kanton Aargau frühzeitig und wirksam auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels vorzubereiten".