Grossaufmarsch beim Neujahrsapéro des Aargauischen Gewerbeverbandes

Grossaufmarsch beim Neujahrsapéro des Aargauischen Gewerbeverbandes
Zu den alljährlichen Höhepunkten am Neujahrsapéro gehört die Auszeichnung von Aargauer 1. - 3-Platzierten bei den swissskills. 11 von 19 (!) Aargauer Gewinnern waren im KuK dabei. Fotos: Michael Küng

Der alljährliche Neujahrsapéro des Aargauischen Gewerbeverbandes (AGV) ist ein Renner. Gegen 700 Personen fanden auch diesmal ins KuK nach Aarau - und das trotz garstiger Witterungsbedingungen. Vor Weihnachten habe man das Anmeldeportal aus Platzgründen gar schliessen müssen, sagte AGV-Vizepräsident Robert Weishaupt bei der Begrüssung. Unter den Gästen waren nebst dem neuen Grossratspräsident Urs Plüss auch Landammann Stephan Attiger und Landstatthalter Jean-Pierre Gallati, alt Regierungsrat Alex Hürzeler, Ständerätin Marianne Binder und Ständerat Thierry Burkart.

Dazu gesellten sich nebst zahlreichen Grossrätinnen und Grossräten und natürlich zahllosen Gewerblerinnen und Gewerblern gleich sieben Aargauer Nationalrätinnen und Nationalräte, nämlich Stefanie Heimgartner, Maja Riniker, Alois Huber, Matthias Jauslin, Andreas Meier, Christoph Riner und natürlich Benjamin Giezendanner, hier in seiner Funktion als Präsident des AGV.

Viele US-Importeure geben Mehrkosten (noch) nicht an die Konsumenten weiter

Namens der UBS AG - die zusammen mit der Mobiliar den Anlass sponsert - schaute nach einer Begrüssung durch Robin Wasser (Leiter Firmen- und Immobilienkunden Aargau/Solothurn der UBS AG) der UBS-Ökonom Florian Germanier auf die weltweite, die europäische und die schweizerische Wirtschaft von 2025 zurück und wagte auch vorsichtige Ausblicke ins 2026. Kein Wunder, blieb er vorsichtig, sorgt doch US-Präsident Donald Trump fast täglich für neue Überraschungen, die mitunter grosse Folgen auf Börsen, Wechselkurse oder Zinsentwicklungen haben. Die Wirtschaft habe sich trotz der US-Zollpolitik resilient gezeigt, resümierte Germanier. Er erwartet auch für dieses Jahr Wachstum in den USA, in der Eurozone und in China, allerdings etwas geringer. Germanier erwartet, dass die US-Zölle eine neue Realität werden. Einen Grossteil davon tragen die US-Importeure bisher offenbar selbst, erst ein kleiner Teil wurde bisher an die US-Konsumenten weitergegeben.

So könnte 2026 werden

Für die Schweiz erwartet die UBS 2026 - wenn nicht ganz aussergewöhnliche Dinge geschehen - keine SNB-Negativzinsen. Die Signale für den Aussenhandel seien weiter negativ, das Wachstum sei vorab inlandgetrieben.

Sorge bereitet der UBS - und nicht nur ihr - Deutschland. Dessen Wirtschaft ist seit sechs Jahren nicht mehr gewachsen. Das Fiskalpaket dürfte Impulse geben, auch der Schweiz. Ob diese nachhaltig sind, sei aber unsicher. Lesen Sie weiter nach der Bildstrecke - Danke!

Motto für dieses Jahr: Werkstatt KI

Uns gehe es kaufkraftbereinigt sehr gut, sagte schliesslich AGV-Präsident Benjamin Giezendanner in seiner Präsidialansprache. Wenn wir nicht bald handeln, werde das aber nicht mehr lange so sein, mahnte er. Die Industrie sei nicht voll ausgelastet, Firmen wandern ab.

Die Basis der Schweiz sei gut: kluge Köpfe, gutes Know How und ein gutes Ausbildungssystem, "aber uns fehlts an Tempo", so Giezendanner weiter.

KI verändert unsere Arbeitswelt

Ob es uns weiter gut geht, dafür sei die Künstliche Intelligenz (KI) der Schlüssel, sie entscheide mit. Mit Vergleichen zu früheren technologischen Revolutionen wie der Erfindung der Dampfmaschine, des Fliessbands oder der Computer sei - trotz entsprechenden Ängsten - die Arbeit für die Menschen nicht verschwunden. Sie habe sich aber verändert, das werde auch KI tun. Giezendanner: "Im besten Fall übernimmt sie Routinearbeiten, dann können wir uns aufs Wesentliche konzentrieren." Der AGV-Präsident rief dazu auf, ältere Arbeitnehmer auf diesem Weg mitzunehmen. KI sei das Werkzeug, um besser zu werden. Als Motto für dieses Jahr gilt im AGV deshalb: Werkstatt KI - Tradition trifft Zukunft.

Junge Aargauer Berufsleute holten bei den SwissSkills 19 Medaillen

An AGV-Geschäftsleiter Urs Widmer war es schliesslich, die elf (von 19) anwesenden Gewinnerinnen und Gewinnern eines 1., 2. oder 3. Platzes aus dem Aargau an den swissskills für eine Ehrung auf die Bühne zu rufen (vgl. Bilder oben). Die erfolgreich gestarteten jungen Berufsleute bekamen aus dem Publikum - verdientermassen - riesigen Applaus

Fehler entdeckt? - Danke für die Meldung an mathiaskueng@bluemail.ch