GLP zur neuen Energiestrategie des Kantons: "Kapitulation statt Versorgungssicherheit"
Die Debatte im Grossen Rat am Dienstag und die breite Medienberichterstattung zeigen für die GLP: Die Energiestrategie energieAARGAU bleibt politisch umstritten. Während die Mehrheit auf Technologieoffenheit und langfristige Optionen wie neue Kernkraft setzt, ist für die GLP Aargau die vorliegende Strategie kein zukunftsfähiger Plan, sondern eine «Strategie des Aufschiebens» mit Risiken für Versorgungssicherheit, Klima und den Wirtschaftsstandort, wie die Partei in einer Mitteilung festhält. Grossrätin Leandra Kern Knecht wird so zitiert: «Wer auf Kernkraft von morgen hofft und den Ausbau von heute bremst, betreibt Realitätsverweigerung.»
"Zu wenig Ausbau, zu viel Illusion"
Die Strategie verschiebe den Fokus von «erneuerbar» zu «CO₂-arm», so die GLP. Bestehende Kernkraftwerke werden angerechnet, ohne zusätzliche Produktion, während konkrete Massnahmen geschwächt werden: kein verbindlicher Solarausbau, zu wenig Fortschritt bei Fernwärme und unverbindliche Klimaziele, so das GLP-Fazit, und weiter: «Wir warten auf AKW-Neubauten in 20 Jahren, während wir heute den Ausbau von Solar auf Kantonsflächen bremsen und Fernwärme-Projekte nicht weiter forcieren. Das ist keine Strategie, das ist Warten auf ein Wunder.»
GLP befürchtet gefährliche Folgen
Wer keine Ziele zur Reduktion des Energieverbrauchs setze, wer Negativemissionen ignoriere und wer Konsum für irrelevant erkläre, habe den Ernst der Klimakrise nicht verstanden, heisst es in der Mitteilung weiter. Ohne Vorbildfunktion des Staates und ohne Unterstützung für die Gemeinden fehle dieser Vorlage jedes Fundament.
Die GLP warnt eindringlich vor den Konsequenzen: Der Kanton steuere sehenden Auges auf eine Stromlücke zu. Gerade als Energie- und Industriekanton brauche der Aargau eine Strategie, die auf verfügbare Technologien setzt, insbesondere Solarenergie, Speicherlösungen, Netzausbau und Effizienz.
Dazu schreibt die GLP weiter: «Eine Strategie soll führen. Diese Vorlage aber lässt uns im Stich. Sie ist mutlos und rückwärtsgewandt. Wer die Augen vor der Realität verschliesst, verliert den Anschluss. Wir lehnen diesen Scherbenhaufen darum ab.» Die GLP setze stattdessen auf Versorgungssicherheit durch erneuerbare Energien, Planungssicherheit und verbindliche Klimaziele, heisst es abschliessend in der Mitteilung.