Gesamtverkehrskonzept Raum Baden: AGV schlägt Alarm: "Lädelisterben und höhere Kosten für Mieter und Eigentümer vorprogrammiert"

Das Präsidium des Aargauischen Gewerbeverbands (AGV) hat zum Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Baden Stellung genommen. Aus Sicht von KMU, Gewerbe und Dienstleistungsbetrieben ist die Vorlage in ihrer jetzigen Form nicht ausgewogen und verkennt die Realität der regionalen Mobilität. Dies teilt der AGV mit.

Die Ausgangslage sei klar, heisst es weiter In der Region bewegen sich täglich zehntausende Pendler, Kunden, Dienstleister und Lieferanten. Allein der Einkaufs- und Parkhausverkehr macht rund einen Viertel des innerstädtischen Autoverkehrs aus. Dazu kommen Handwerksbetriebe, welche vor Ort den Kunden Material liefern oder Reparaturen vornehmen müssen. Gleichzeitig wird bis 2040 ein Verkehrsanstieg von rund 30 % erwartet.

"Zufahrten müssen gewährleistet bleiben"

Für das Gewerbe ist deshalb klar: Zufahrten müssen gewährleistet bleiben. Handwerk, Service und Lieferverkehr sind auf funktionierende Strassen angewiesen. Ebenso zentral ist der Erhalt von Parkplätzen, da sie eine Grundvoraussetzung für Detailhandel und Dienstleistungen sind. Ansonsten drohten lange Anlieferzeiten und damit höhere Kosten für Mieter und Eigentümer, schreibt der AGV weiter.

In der Innenstadt seien die «Lädeler» ebenfalls darauf angewiesen, dass Kunden sie per Auto erreichen können, nicht nur mit dem ÖV. AGV:: "Die Innenstadt ist nicht nur Lebensraum, sondern auch Wirtschaftsraum." Kritisch beurteilt der Gewerbeverband auch die Gewichtung der Investitionen: Rund 450 Millionen Franken sind vorgesehen, wobei der Fokus stark auf ÖV, Velo- und Stadtraummassnahmen liegt, während beim Strassen- und Parkierungsnetz kaum zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, obwohl zentrale Knoten bereits heute an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Gleichzeitig drohen Einschränkungen wie Fahrspurabbau oder Verkehrsregulierungen.

Die Folgen sind laut AGV absehbar: zunehmende Staus, längere Fahr- und Anlieferzeiten und eine schlechtere Erreichbarkeit – mit direkten negativen Auswirkungen auf Gewerbe und Arbeitsplätze sowie höheren Kosten für Mieter und Hauseigentümer. Ein echtes Gesamtverkehrskonzept müsse alle Verkehrsträger gleichwertig berücksichtigen – auch den motorisierten Verkehr dort, wo er unverzichtbar ist.

Forderungen des AGV:

− Zufahrten für Gewerbe und Dienstleistung sichern

− Parkplätze erhalten

− Keine weitere Reduktion von Strassenkapazitäten

− Ausgewogene Mittelverteilung im Verkehrssystem.

Nur so bleibe der Raum Baden ein attraktiver Standort für KMU, Gewerbe und Arbeitsplätze.