Früh oder spät? - hoher Anteil der Spätentschlossenen im Aargau bei Abstimmungen

Früh oder spät? - hoher Anteil der Spätentschlossenen im Aargau bei Abstimmungen

Die Aargauer Stimmberechtigten geben ihre Stimme mehrheitlich in den letzten Tagen vor dem Abstimmungssonntag ab. Gleichzeitig wird das Abstimmungskuvert häufig direkt in den Briefkasten der Gemeinde eingeworfen. Das zeigt eine Umfrage der Staatskanzlei zum Abstimmungstermin vom 14. Juni 2026. Dies teilt sie mit.

Im Rahmen des Abstimmungstermins vom 14. Juni 2026 führte die Staatskanzlei bei den Aargauer Gemeinden erneut eine Umfrage zum Rücklauf der Stimmabgaben durch. Die letzte vergleichbare Erhebung fand in den Jahren 2017 und 2021 statt. Erhoben wurde, wann die Stimmabgaben bei den Gemeinden eingingen und ob die brieflichen Stimmen per Post oder über den Gemeindebriefkasten eingereicht wurden.

Mehrheit stimmt in der letzten Woche ab

Mehr als die Hälfte aller Stimmabgaben traf erst in der letzten Woche vor dem Abstimmungssonntag bei den Aargauer Gemeinden ein. Konkret waren es 54,5 Prozent. Bei der letzten Umfrage im Jahr 2021 lag dieser Anteil ebenfalls bereits bei hohen 49,9 Prozent.

Frühzeitige Stimmabgaben sind in diesem Zusammenhang eher die Ausnahme. In der Woche, in der die Abstimmungsunterlagen den Stimmberechtigten zugestellt wurden, gingen lediglich bereits 4,8 Prozent der Stimmabgaben ein. 2021 lag dieser Anteil bei 6,8 Prozent.

Bei der vorletzten Umfrage im Jahr 2017 haben die Stimmberechtigten ihre Stimmen jedoch im Durchschnitt noch später abgegeben. Damals wurden erst 2,9 Prozent der Stimmen in der ersten Woche bei den Gemeinden abgegeben. 62,6 Prozent der Stimmabgaben sind erst in der letzten Woche vor dem Abstimmungstermin eingegangen.

Gemeindebriefkasten ist weiterhin beliebt

Der Anteil der Stimmberechtigten, die ihr Abstimmungskuvert direkt in den Briefkasten ihrer Gemeinde einwerfen, ist hoch. Am Abstimmungstermin vom 14. Juni 2026 trafen 62,2 Prozent der brieflichen Stimmabgaben über den Gemeindebriefkasten bei den Gemeindewahlbüros ein. Bereits in den Jahren 2017 und 2021 lag dieser Anteil bei knapp 60 Prozent.

Fast nur jede/r fünfzigte an der Urne

Die persönliche Stimmabgabe an der Urne macht im Kanton Aargau weiterhin nur einen geringen Anteil aus. Am 14. Juni 2026 wurden 2,2 Prozent aller Stimmen an der Urne abgegeben. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2021 mit 2,4 Prozent ist dieser Wert leicht rückläufig. Im Jahr 2017 lag der Anteil noch bei 3,9 Prozent.

Eine Ausnahme bildet hier die Zurzacher Gemeinde Mellikon, welche am 14. Juni 2026 13,3 Prozent der Stimmenden an der Urne begrüssen durfte. In der Gemeinde Olsberg hingegen blieb das Wahllokal am Abstimmungssonntag leer.

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