Frankenstärke: AKB schliesst SNB-Negativzins im Lauf des Jahres nicht aus - AKB bleibt auf Wachstumskurs
Die Aargauische Kantonalbank (AKB) gewinnt weitere Marktanteile bei Privatpersonen und Unternehmen. Dies gaben Bankratspräsident Kurt Bobst und Direktionspräsident Dieter Widmer an der Jahresmedienkonferenz in Aarau bekannt. Bei unverändert vorsichtiger Risikopolitik steigen die Ausleihungen demnach um 5 % und die Kundengelder gar um 6,9 %.
Neugeldzufluss von 2,5 Milliarden Franken
Das Keditwachstum stieg laut Kurt Bobst nettio um 1,4 Milliarden Franken, der Neugeldzufluss betruig gar stokze 2,5 Milliarden Franken. Die Weiterempfehlungsbereitschaft betrage laut einer externen Erhebung bei 67 Prozent. Rund die Hälfte der Haypothekarbnehemerinnen und - nehmer der AKB haben eine Saron-Hypothek. Diese profitierten natürlich sofort durch die Zinssenkungen der Schweozerischen Nationalkbank (SNB). Dieter Widmer schliesst aufgrund der neusten Frankenstärke denn auch nicht aus, wie er sagte, dass die SNB im Lauf des jahres den Leitzins nochmals senkt (womit wir Negativzinsen bekämen).

Kundinnen und Kunden der AKB investieren anhaltend stark in Wertschriftenlösungen, wie weiter bekannt gegeben wurde, sodass das Depotwachstum, unterstützt durch positive Aktienmärkte, hohe 11,3 % betrage. Der erwartete Rückgang des Geschäftserfolgs im Geschäftsjahr 2025 auf 238,7 Millionen Franken sei geprägt vom Tiefzinsumfeld. Die verschiedenen Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) spiegeln sich im tieferen Zinsergebnis wider – insbesondere in den Erträgen aus SARON-basierten Ausleihungen, so Widmer weiter.
Kundenauslehungen wachsen auf 29 Milliarden Franken
Die AKB als nahe und persönliche Universalbank in ihrem Marktgebiet nutze ihre Wachstumsopportunitäten im Kreditgeschäft und profitiere von den fortlaufenden Bemühungen im Bereich Beratung und Kundennähe. Die Kundenausleihungen wachsen um 1,4 Milliarden Franken auf 29,0 Milliarden Franken. Der Fokus auf das Marktgebiet sei weiterhin ausgeprägt. Über 90 % der Ausleihungen befinden sich im Marktgebiet der AKB.
Den hypothekarisch gedeckten Ausleihungen stehen laut AKB Immobiliensicherheiten in doppelter Höhe gegenüber. Die Stabilität der Bank zeige sich auch darin, dass das erfreuliche Ausleihungswachstum vollumfänglich über neu gewonnene Kundengelder refinanziert werden könne.
Zinserfolg geprägt von Tiefzinsumfeld
Nach den ertragsmässig sehr erfolgreichen Jahren 2023 und 2024, welche durch das höhere Zinsumfeld geprägt waren, erfolgt nun der erwartete Rückgang von 87,8 Millionen Franken bzw. −20,2 % im Brutto-Zinserfolg, so Widmer weiter. Unabhängig davon liege dieser Erfolg mit CHF 346,1 Millionen immer noch signifikant über den Jahren 2021 und 2022. Während die gesunkenen Geldmarktzinsen zu deutlich tieferen Erträgen bei der Bank führen, entlasten tiefere Zinsen die AKB-Kundinnen und -Kunden überdurchschnittlich, da (wie oben schon dargestellt) rund 50 % der Kredite auf dem Geldmarktsatz SARON basieren.
Dank geschicktem Bilanz- und Liquiditätsmanagement habe der Zinsaufwand, trotz kundenfreundlich verzögerter Zinsreduktionen, erfreulicherweise prozentual stärker reduziert werden können. Der Netto-Bildungsüberhang bei den Wertberichtigungen aus dem Zinsengeschäft beläuft sich auf tiefe 0,3 Millionen Franken. Im Vorjahr resultierte noch eine Stärkung der Risikovorsorge von 12,2 Millionen Franken.
Mit ihrer vorausschauenden Risikopolitik und vorsichtigen Berechnungslogik bildet die AKB Wertberichtigungen für inhärente Ausfallrisiken im Umfang von 5,4 Millionen Franken. Ohne diese Veränderung resultiert bei den Einzelwertberichtigungen ein Netto-Auflösungsüberhang. Zusammenfassend zeige sich, dass die AKB weiterhin eine umsichtige und verantwortungsvolle Kreditpolitik betreibt. Unter Berücksichtigung der tieferen Wertberichtigungsbildungen nimmt der NettoZinserfolg um 18,0 % ab und beläuft sich auf 345,8 Millionen Franken.
Kundenvermögen neu bei 40,8 Milliarden Franken
Die Kundinnen und Kunden vertrauen weiterhin in die hohe Anlagekompetenz der AKB. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 sind 57 % der neu investierten Depotgelder in Vermögensverwaltungslösungen der Bank investiert worden. Die Kundenvermögen belaufen sich neu auf 40,8 Milliarden Franken und entsprechen einem Zuwachs von 3,4 Milliarden Franken bzw. 9,1 %. Die Depotbestände der Kundinnen und Kunden liegen dabei erstmalig über 20 Milliarden Franken.
Dass die AKB ihre qualitative Wachstumsstrategie erfolgreich umsetzt, zeige sich am Businessvolumen – bestehend aus Krediten, Kundengeldern und Depotwerten –, welches um 5,4 Milliarden Franken bzw. 7,8 % auf den neuen Höchstwert von 74,4 Milliarden Franken steigt. Dieter Widmer zeigt sich überzeugt: «Das Versprechen ‹Am richtigen Ort› bewährt sich gerade im heutigen unsicheren Umfeld. Die Bank hat die fortlaufenden Herausforderungen im Marktgebiet proaktiv gesteuert und sich als attraktive und verlässliche Partnerin für ihre Kundinnen und Kunden weiter erfolgreich positioniert.»
Kunden sparen 9 Millionen Fr. Kontoführungs- und Jahresgebühren
Da keine Kontoführungs- und Jahresgebühren auf der Debit Mastercard erhoben werden, verzichtet die AKB bewusst zu Gunsten der Kundinnen und Kunden auf einen Ertrag in der Grössenordnung von rund 9 Millionen Kontoführungs- und Jahresgebühren. Der Personalaufwand erhöht sich um 3,3 Millionen Kontoführungs- und Jahresgebühren (+2,2 %) auf 149,4 Millionen Franken. Die AKB befindet sich weiterhin in einer Wachstumsphase und nutze die sich bietenden Opportunitäten, um gut qualifiziertes Personal zu gewinnen. Per Jahresende stieg die Zahl der Vollzeitstellen um 40,5 auf rund 878 (+4,8 %), womit die AKB zu den bedeutendsten Arbeitgeberinnen im Kanton zählt.
112 Personen bei der AKB in Ausbildung
Die Anzahl der in Ausbildung stehenden Mitarbeitenden steigt um 20 auf 112 Personen. Der Sachaufwand habe durch Fokussierung und Kostendisziplin um beachtliche 5,4 Millionen Franken bzw. 5,5 % auf 92,4 Millionen Franken reduziert werden können. Die Reduktionen gelangen vor allem bei den IT-Kosten, die über 40 % des Sachaufwandes ausmachen, sowie bei den Marketing- und Kommunikationsausgaben.
Dritteffizienteste Kantonalbank
Die Cost-Income-Ratio beläuft sich auf 50,3 % und zeige die betriebswirtschaftliche Effizienz der Universalbank auch im Marktvergleich, so Dieter Widmer an der Medienkonferenz. Sie zeiuge, dass die AKB unter Berücksichtigung der tiefen Abschreibungen zu den effizientesten Universalbanken in der Schweiz gehöre. Unter den Kantonalbanken sei sie die dritteffizienteste. Die Rentabilität des Eigenkapitals beläuft sich auf 7,7 % und erfüllt damit die strategischen Vorgaben des Eigentümers.

100 Millionen Franken Gewinnablieferung - 15,2 Millionen Franken Abgeltung der Staatsgarantie - 1,5 Millionen für die AKB-Stiftung
Die AKB hat dem Kanton Aargau (dem sie zu 100 Prozent gehört) 15,2 Franken für die Abgeltung der Staatsgarantie vergütet. Der AKB Stiftung LEBENSRAUM AARGAU werden 1,5 Millionen Franken für ihre gemeinnützigen Projekte im Marktgebiet zugewiesen.n Der Bankrat beantragt dem Regierungsrat zuhanden des Grossen Rats eine Ausschüttung an den Kanton Aargau von 100 Millionen Franken (Vorjahr CHF 114 Millionen). Zusammen mit der Abgeltung der Staatsgarantie von 15,2 Millionen Franken erhält der Kanton Aargau für das Geschäftsjahr 2025 eine Gesamtentschädigung von 115,2 Millionen Franken. Dazu kommen 11,6 Millionen Franken Steuern der AKB an ihre Standortgemeinden. Insgesamt fliessen somit 126,8 Millionen Franken (−10,5 %) an die öffentliche Hand.
AKB sehr gut kapitalisiert – auch unter neuen regulatorischen Vorschriften von Basel III final
Im Januar 2025 traten in der Schweiz die finalen Basel-III-Standards in Kraft. Die AKB hat mit Blick darauf schon vor Jahren begonnen, die Reserven zu erhööhen. Das zahlt sich jetzt aus. Durch die geplante Gewinnverwendung und die Zuweisung von 30,1 Millionen Franken an die Reserven für allgemeine Bankrisiken stärkt die AKB die Eigenmittel um 132,0 Millionen Franken. Diese belaufen sich per Stichtag auf 3,3 Milliarden Franken. Die AKB könne somit auch in Zukunft Finanzierungsvorhaben von Unternehmen und Privatpersonen durch Eigenfinanzierung problemlos ermöglichen, ohne zusätzliches Eigenkapital auf dem Kapitalmarkt aufzunehmen oder beim Eigentümer anzufragen, so Direktionspräsident Widmer.
Die Gesamtkapitalquote unter den neuen Eigenmittelvorschriften Basel III final erhöht sich auf 19,5 % (+0,8 Prozentpunkte) trotz des grossen Aktivwachstums. Die AKB profitiert von ihrem mässig belehnten, mehrheitlich selbstbewohnten und qualitativ hochstehenden Kreditportfolio, welches unter Basel III final tiefere Risikogewichte erhalten hat. Die Gesamtkapitalquote gemäss der Eigentümerstrategie erhöht sich auf 17,6 % und liegt weiterhin im strategischen Zielband von 16–20 %. Gemäss dieser Berechnungsart werden die freiwilligen Gewinnreserven und der antizyklische Kapitalpuffer abgezogen.
US-Zölle: bisher weniger negative Folgen als erwartet
Die wirtschaftspolitischen Entscheidungen im 2025, allen voran die Ankündigungen und Umsetzungen weitreichender Handelszollmassnahmen durch die USA, führten – zumindest bisher – zu spürbar weniger negativen Folgen als erwartet. Die leichte globale Eintrübung beim Handel mit Industriegütern wurde durch eine äusserst solide Entwicklung des Dienstleistungssektors überkompensiert.
Während in Europa die geldpolitischen Lockerungen mehrheitlich beendet werden konnten, erwartet die AKB in den USA im Hinblick auf die Neubesetzung des Amts des FED-Präsidenten und den bevorstehenden Wahlen im November weitere Zinssenkungen, um den jüngst schwächeren Arbeitsmarkt zu stützen. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten blieben auch im laufenden Jahr hoch, so die Einschöätzung der AKB. Die Entwicklung in den USA und die politischen Patt-Situationen in wichtigen europäischen Ländern dürften auch weiterhin für einen grossen Zufluss in den Schweizer Franken sorgen. Es sei daher gut möglich, dass die Inflationsraten in der Schweiz weiter sinken und die Deflationsgefahr weiter zunimmt. Die AKB schliesst daher nicht aus, so Dieter Widmer, dass die SNB im Jahresverlauf gezwungen sein könnte, den Leitzins neuerlich in den negativen Bereich zu senken. Für das laufende Jahr erwartet die AKB aufgrund des anhaltenden Tiefzinsniveaus ein Jahresergebnis leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

