Food Waste: im Aargau entwickeltes Projekt startet nun schweizweit

Food Waste: im Aargau entwickeltes Projekt startet nun schweizweit
Foto: ZVG/Kanton Aargau

Im Herbst 2026 messen Privatpersonen ihren Food Waste im Projekt "Aufgabeln!". Auch im Kanton Aargau werden Haushalte gesucht. Die Teilnehmenden erfahren, warum Food Waste entsteht und wie er vermieden werden kann. Ausserdem helfen sie mit, Datenlücken zu Lebensmittelverlusten in Haushalten zu schliessen. Dies teilt die Aargauer Staatskanzlei mit.

Im Rahmen der "Nationalen Woche gegen Food Waste" wird das im Kanton Aargau entwickelte, partizipative Projekt laut Mitteilung erstmals schweizweit durchgeführt. Umsetzungspartner sind die Kantone Aargau und Basel-Stadt/Basel-Landschaft sowie die Städte Bern und Zürich. Interessierte können sich ab sofort anmelden (siehe Box).

Das Projekt "Aufgabeln!" wurde 2023 und 2024 als Pilot in mehreren Gemeinden im Kanton Aargau erfolgreich durchgeführt. Nun erfolgt die Ausweitung auf die gesamte Schweiz. Das partizipative Projekt beantwortet die zentralen Fragen: Wie viel Food Waste fällt an? Aus welchen Gründen? Und wie wird er entsorgt? Die erhobenen Daten werden anonymisiert ausgewertet. Für die Umsetzungspartner aus den Kantons- und Stadtverwaltungen bilden sie eine Grundlage für mögliche zukünftige Massnahmen. Die neu entwickelte App kann über die Messphase hinaus weiter genutzt werden. Dies ermöglicht Interessierten, ihr Verhalten über einen längeren Zeitraum beobachten zu können.

Die neue App zum Messen von Food Waste ist einfach zu bedienen und macht Spass - es lohnt sich für Umwelt und Haushaltskasse. Machen Sie mit!"Nadja FässlerProjektleiterin Nachhaltigkeit und Klima, Departement Bau, Verkehr und Umwelt

Food Waste in der Schweiz: Ein grosses, vermeidbares Problem

In der Schweiz fallen jährlich rund 2,8 Millionen Tonnen vermeidbare Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Ein wesentlicher Teil davon entsteht in Haushalten und verursacht so rund ein Drittel der Umweltbelastung aus Food Waste. Die Folgen sind erheblich: Wenn Lebensmittel hergestellt, aber nicht konsumiert werden, führt dies zu unnötigen CO2-Emissionen, Biodiversitätsverlust sowie Land- und Wasserverbrauch. 25 Prozent der Umweltbelastung unseres Ernährungssystems sind auf Food Waste zurückzuführen – und letztlich wird auch das Haushaltsbudget belastet.

Gemeinsam Wirkung erzielen

"Aufgabeln! 2026" schafft einen niederschwelligen und spielerischen Zugang zum Thema Food Waste und ermöglicht, das eigene Verhalten zu reflektieren und nachhaltig zu verändern. Durch die zeitliche Anbindung an die "Nationale Woche gegen Food Waste" im September 2026 wird eine breite Öffentlichkeit erreicht und ein gemeinsames Zeichen gegen Food Waste gesetzt.

Das Projekt wird von der Citizen Science Agentur catta und den Kantonen Aargau und Basel-Stadt/Basellandschaft sowie den Städten Bern und Zürich durchgeführt und durch die Seedling Foundation unterstützt.

Food Waste Messung – Aargauer Haushalte gesucht!

"Aufgabeln! 2026" richtet sich an alle, die wissen möchten, welchen Food Waste sie in ihrem eigenen Haushalt produzieren und welchen Geldwert die Lebensmittel haben, die sie entsorgen. Die Teilnehmenden erfassen ihre Lebensmittelabfälle während einer dreiwöchigen Messphase im September (davon 14 Messtage). Das persönliche Dashboard in der App, zeigt laufend an: Wie viel Food Waste ist angefallen? Was sind die Auswirkungen auf die Umwelt? Und was ist der Geldwert, der entsorgten Lebensmittel?

  • Messphase: 31. August bis 20. September 2026 – Teilnehmende messen an 14 Tagen den Food Waste zu Hause.
  • Die Teilnahme steht allen offen. Es braucht lediglich eine Küchenwaage sowie die Aufgabeln-App.
  • Anmeldung ab sofort und bis 30. August 2026 über www.catta.ch/aufgabeln2026 – hier gibt es auch ein Erklär-Video und Antworten auf die wichtigsten Fragen.