Erzherzoglicher Besuch bei der Vorstellung des Projekts "Stammlande der Habsburger"
Das Erbe aus der Frühzeit der Habsburger im Aargau und in angrenzenden Regionen hat grosses kulturtouristisches Potenzial. Dieses soll besser sichtbar gemacht und vermittelt werden. Deshalb wurde das Projekt "Stammlande der Habsburger" lanciert. Es basiert auf einer Anzahl von Schauplätzen und einem Netzwerk von Partnern. Ein Verein mit allen Partnern ist die organisatorische Drehscheibe für dieses Vorhaben. Gefeiert wurde am Donnerstagabend in einem kleinen Festakt auf Schloss Habsburg vorab die Freigabe der hochinformativen, kurzweiligen und sehr verständlich verfassten, ganz neuen Webseite stammlande-habsburger.ch.
Der Aargau als Wiege der Habsburger
Kein anderes Geschlecht hat die Geschichte Europas so lange geprägt wie das der Habsburger. Mehr als ein halbes Jahrtausend lang war das Haus Habsburg die mächtigste Dynastie. Im 16. Jahrhundert herrschte sie als Weltmacht sogar über ein Reich, "in dem die Sonne nie untergeht".

Das alles war im Aargau vor gut 1000 Jahren: Die um 1020 errichtete Stammburg "Habsburg" war namengebend. Zusammen mit der Burg am Aareübergang, dem heutigen schwarzen Turm in Brugg, bildete sie den
Ausgangspunkt der Machtentwicklung. Es entstanden die Stadt Brugg als wichtiger Handelsplatz, das Kloster Muri als Hauskloster und Grabeskirche sowie das Kloster Königsfelden als Memorialort. Baden entwickelte sich
als habsburgische Stadt zum florierenden Umschlagplatz und Ort wichtiger Verhandlungen. Weitere habsburgische Orte kamen dazu.
Das Vorhaben "Stammlande der Habsburger" und seine Ziele
In den letzten 15 Jahren gab es verschiedene Initiativen zur Förderung des habsburgischen Kulturtourismus, die auch zu einer messbaren Steigerung der nationalen und internationalen Wahrnehmung geführt haben. Das Potenzial der habsburgischen Stätten im Aargau ist gross und wird auch vielfach wahrgenommen, durch Museum Aargau, Aargau Tourismus, Murikultur und weitere Akteure vor Ort.

Chance für mögliche UNESCO-Welterbe-Kandidatur?
Am Festakt auf Schloss Habsburg sagte Georg Matter, Abteilungsleiter Kultur beim Kanton: "Indem das gesamte habsburgische Erbe der Frühzeit grenzüberschreitend ins Blickfeld genommen wird, werden die jahrhundertealten kulturellen Beziehungen am Oberrhein sichtbar und gefestigt, was die Chancen für eine mögliche UNESCO-Welterbe-Kandidatur erhöht."

Marco Sigg, Direktor Museum Aargau, weist bei seiner Ansptache auf folgendes hin: "Neben der Habsburg beheimatet der Kanton Aargau diverse geschichtsträchtige Kulturgüter mit zentraler Bedeutung für die Frühgeschichte der Habsburger."

Das Projekt hat ja einen kulturtouristischen Beweggrund. So sprach auf der Habsburg auch Holger Czerwenka, Direktor Aargau Tourismus: "Wir vernetzen die historischen Schauplätze der Habsburger im Aargau und machen ihre Geschichte dort erlebbar, wo sie ihren Anfang nahm. Damit stärken wir den Aargau als vielfältige kulturtouristische Destination."
Aargauische Zeugnisse aus der Frühzeit der Habsburger aufwerten
Die Möglichkeiten sind aber noch nicht ausgeschöpft. So ist etwa die Bedeutung von Schloss Habsburg als Stammburg der habsburgischen Dynastie weder in der Schweiz noch darüber hinaus allgemein bekannt. Heute fehlt die Fokussierung auf den Aargau als Ursprung und Stammlande. Hier will das Vorhaben "Stammlande der Habsburger" ansetzen: Die aargauischen Zeugnisse aus der Frühzeit der Habsburgerdynastie (um 1020 – 1415) sollen aufgewertet, als kulturtouristische Sehenswürdigkeiten einem breiten Publikum vermittelt und die nationale sowie internationale Bekanntheit erhöht werden. Im Vordergrund steht nicht nur das materielle Erbe der Habsburger im Aargau. Vielmehr soll das Vorhaben "Stammlande der Habsburger" aufzeigen, dass die Geschichte
der Habsburger auch aus einem immateriellen Erbe besteht, nämlich der über Generationen überlieferten Familiengeschichte, auf der die besondere Faszination der Habsburger beruht.
Regierungsrätin und Bildungsdirektorin Martina Bircher lässt sich dazu wiefolgt zitieren: "Der Kanton wird durch das Projekt 'Stammlande der Habsburger' national und international als Wiege der Habsburgerdynastie positioniert."
Vorgehen – Vom Projekt zum Trägerverein
Auf Wunsch des Parlaments und der Regierung des Kantons Aargau, das kulturtouristische Potenzial des habsburgischen Erbes stärker auszuschöpfen, erteilte die Abteilung Kultur im Jahr 2022 den Auftrag für die Ausarbei-
tung des Projekts "Stammlande der Habsburger" an Museum Aargau, das bereits für verschiedene bedeutende habsburgische Bauten und Stiftungen zuständig ist.
Aargauische Zeugnisse aus Habsburger-Frühzeit werden aufgewertet
Aus einer Potenzialanalyse heraus erfolgte im Jahr 2023 der Start der Vorbereitungsphase. Es wurde ein Netzwerk von potenziellen Partnern aufgebaut und ein Trägerverein mit zwölf aargauischen Schauplätzen – Baden,
Bremgarten, Brugg, Kloster Muri, Laufenburg, Rheinfelden sowie Museum Aargau mit Schloss Habsburg, Kloster Königsfelden, Schloss Hallwyl, Schloss Wildegg, Kloster Wettingen und Schloss Lenzburg – sowie der touristischen Dachorganisation Aargau Tourismus gegründet.
Jetzt tritt das gemeinsame Projekt "Stammlande der
Habsburger" erstmals an die Öffentlichkeit. Ab 2027 wird der Trägerverein die Vision und das Engagement weiterführen. Als weiterer Schritt sind auch Kooperationen im trinationalen Raum (Elsass, Baden-Württemberg) an-
gedacht.

Neue Angebote zum Entdecken
Habsburgerspezifische Aktivitäten machen die zwölf Orte der frühen Habsburgerzeit im Aargau für ein breites Publikum zu lebendigen Schauplätzen – zu Orten des Staunens, des Entdeckens und des Verstehens:
- Seit 17. September 2026 ist die Website www.stammlande-habsburger.ch online.
- Eine neue kleine Wanderausstellung (vgl. Foto oben) stellt den Verein vor und veranschaulicht die Entwicklung der Stammlande im Aargau. Start: Schloss Habsburg, danach bis 2028 Tour an alle Mitgliedsorte.
- Neue szenische Führungen mit historischen Habsburger Persönlichkeiten in Rheinfelden und Laufenburg.
- Spezialführung mit Rundgang zur Geschichte der Habsburger in Bremgarten.
- Stadtführungen mit Fokus auf die Habsburger und Schwerpunkt im Stadtmuseum in Brugg und Baden.
- Neue Ausstellung "Muri und Habsburg – eine Herzenssache" ab 13. März 2027 im Kloster Muri.
- Neue Dauerausstellung im Kloster Königsfelden über die Klostergeschichte, die Berner Zeit von der Reformation bis zur Helvetik und die Nutzung des Orts als psychiatrische Klinik ab April 2027.
Weitere Formate sind in Entwicklung und abrufbar auf www.stammlande-habsburger.ch/Angebote.