Christian Glur will sachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Solarschrott

Christian Glur will sachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Solarschrott
SVP-Nationalrat Christian Glur. Foto: MKU

In der Wintrersession 2025 hat der Aargauer SVP-.Nationalrat Christian Glur eine Interpellation eingereicht. Er schreibt darin: "Durch den Mantelerlass wurde die Pflicht zur Installationen von PV – Anlagen  bei gewissen Gebäuden eingeführt. Wenn der Staat vorschreiben will, was auf den privaten Dächern zur Stromerzeugung montiert werden soll, muss in diesem Zusammenhang zwingend ein Konzept vorliegen, welches eine fach- und umweltgerechte und sichere Entsorgung dieser Module gewährleistet."

Dazu richtete Glur zahlreiche Fragen an den Bundesrat, etwa ob es eine Deklarationspflicht bei Solarpanels betreffend verwendeten Materialien von deren Herkunft und Qualität gebe, oder: "Werden bei sämtlichwn in der Schweiz montierten Solarpanels die gleichen Werkstoffe verwendet, also wissen wir was wirklich auf unseren Dächern ist?"

Das antwortet der Bundesrat

Für Photovoltaik (PV)-Module bestehe keine umfassende Pflicht, bei der Inverkehrbringung sämtliche verwendeten Materialien einschliesslich deren Herkunft und Qualität zu deklarieren. Wie auch bei anderen Produkten gelten hingegen allgemeine Regeln, z. B. betreffend die Produktesicherheit oder die Verwendung von Chemikalien. So müssen Abgeber von Photovoltaikmodulen, deren Bestandteile mehr als 0.1 Prozent eines besonders besorgniserregenden Stoffs im Sinne des Chemikalienrechts enthalten, die beruflichen Abnehmerinnen über den Namen des betreffenden Stoffs informieren.

 SENS eRecycling, Swissolar, die Berner Fachhochschule sowie weitere Partner der Solar- und Energiebranche haben gemeinsam das Projekt «Swiss PV Circle» realisiert, so der Bundesrat weiter. Nach Angaben des Projekts (www.pv-circle.ch > News > So kann die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche gestärkt werden) seien in der Schweiz derzeit überwiegend kristalline PV-Module im Einsatz. Diese bestehen zu 90 Prozent aus Glas (Siliziumdioxid). Die weiteren Schichten der Module setzen sich aus Silizium-Wafern, Verbundfolien und Metallen (ca. 5 bis 8 Prozent) sowie je nach Modulart einer Rückseitenfolie zusammen. Sie sind gemäss Angaben des Projekts frei von Schadstoffen, welche Mensch oder Umwelt belasten könnten.

Ende 2024 waren 45 Mio. m2 Modulfläche installiert

Ende 2024 war eine Leistung von 8.2 Gigawatt installiert. Das entspricht einer Modulfläche von etwa 45 Millionen Quadratmetern.

Im Projekt Swiss PV Circle (www.pv-circle.ch > Projekt > AP3: Forecasting – Analyse und Forecasting von Materialflüssen) wird die prognostizierte jährliche Mengenentwicklung dargestellt. Zu Frage, mit welcher Menge Solarschrott ab 2030 zu rechnen sei und wie wird sich dieser jährlich entwickle, lautet die Antwort: "Für das Jahr 2030 wird von einer Menge von ca. 2140 Tonnen ausgegangen, die bis 2050 auf knapp 5000 Tonnen steigt."

"Umweltgerechte Entsorgung ist seit 2013 sichergestellt"

Seit 2013 arbeiten Swissolar und SENS eRecycling laut Bundesrat gemeinsam für die fachgerechte Entsorgung von PV-Modulen zusammen (www.swissolar.ch > Wissen > Anlagenbetrieb > Entsorgung und Recycling). Das System werde von SENS eRecycling durch einen vorgezogenen Recyclingbeitrag (VRB) finanziert. Die Sammel- und Recyclingprozesse unterlägen regelmässigen Audits und würden von der Branche fortlaufend überprüft und angepasst, um eine fachgerechte Behandlung sicherzustellen. Bereits seit 2013 wird ein Vorgezogene Recyclinggebühr erhoben. Eine umweltgerechte Entsorgung sei mit der bestehenden Branchenlösung von SENS eRecycling und Swissolar bereits seit 2013 sichergestellt.

Nach Angaben des Projekts Swiss PV Circle (www.pv-circle.ch > News > So kann die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche gestärkt werden) können im Durchschnitt rund 75 Prozent eines PV-Moduls recycelt werden, da dieses im Wesentlichen aus Glas und Metall besteht, so der Bundesrat abschliessend.