Bevölkerungsentwicklung im Aargau: bald gleich viel Pensionierte wie unter 20-jährige

Bevölkerungsentwicklung im Aargau: bald gleich viel Pensionierte wie unter 20-jährige
Rheinfelden wuchs 2025 auf knapp über 14000 Einwohnerinnen und Einwohner. Foto: MKU

Am 31. Dezember 2025 zählte der Kanton Aargau 743'643 Einwohnerinnen und Einwohner – 8'107 Personen oder 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses Wachstum liegt leicht unter dem Vorjahreswert, als die Bevölkerung um 8'301 Personen (+1,1 Prozent) zunahm. Von der ständigen Wohnbevölkerung sind 534'379 Personen Schweizerinnen und Schweizer und 209'264 Personen ausländische Staatsangehörige. Der Ausländeranteil beträgt somit 28,1 Prozent.

Natürliche Bevölkerungsentwicklung: Geburten und Todesfälle

Die Zahl der Geburten ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf 6'193 gesunken. Gleichzeitig hat die Zahl der Todesfälle zugenommen: Sie ist um 3,4 Prozent auf 5'559 gestiegen. Der Geburtenüberschuss (Differenz zwischen Geburten und Todesfällen) liegt mit 634 um 31,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Geburtenüberschuss der schweizerischen Bevölkerung ist auch 2025 negativ (−496). Das Minus ist mehr als doppelt so hoch wie 2024 (−244). Es resultiert aus 4'427 Geburten (−2,1 Prozent) und 4'923 Todesfällen (+3,3 Prozent). Bei der ausländischen Bevölkerung ist der Geburtenüberschuss auf 1'130 Personen (−3,8 Prozent) gesunken. Er setzt sich aus 1'766 Geburten (−1,1 Prozent) und 636 Todesfällen (+4,3 Prozent) zusammen.

Wanderungsbewegungen

Seit den 2000er-Jahren ist die Wanderungsbilanz die wichtigste Wachstumskomponente im Kanton Aargau, so auch im Jahr 2025. Der Wanderungsgewinn aus dem Ausland ist seit 2006 – mit Ausnahme der Jahre 2010 und 2021 – jeweils höher als jener aus den übrigen Kantonen. Auch 2025 trifft dies zu. Aus dem Ausland sind 4'484 Personen mehr in den Aargau zu- als weggezogen, aus anderen Kantonen resultiert ein Plus von 2'175 Personen.

Die meisten Umzüge haben jedoch innerhalb des Kantons stattgefunden: Mit je rund 30'000 Zu- und Wegzügen bleibt die intrakantonale Mobilität zwischen den Gemeinden des Kantons Aargau am grössten. Gegenüber dem Vorjahr liegen die intrakantonalen Zuzüge um rund 550 und die Wegzüge um rund 350 Personen tiefer.

Verschiebung zu höheren Altersklassen

Die seit mehreren Jahren stagnierenden Geburtenzahlen und die steigende Lebenserwartung verschieben die Altersstruktur deutlich hin zu höheren Altersklassen. Diese Entwicklung hält auch 2025 an. Entsprechend bleibt der Jugendquotient auf tiefem Niveau, während der Altersquotient stetig zunimmt. Der Jugendquotient gibt an, wie viele Personen unter 20 Jahren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 64 Jahren kommen.

Im Jahr 2025 lag der Jugendquotient des Kantons bei 33,5, während der Altersquotient (Personen ab 65 Jahren je 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren) mit 32,3 einen neuen Höchststand erreicht. In Zahlen bedeutet dies: Ende 2025 standen 150 068 unter 20-jährigen bereits 145 027 über 65-jährige gegenüber. Zum Vergleich: 1980 betrug der Jugendquotinet noch 50,7, der Altersquotient ganze 19,7 Prozent. Dies zeiget eine langfristig dramatische Verschiebung. Es läuft darauf hinaus, dass immer weniger Berufstätige immer mehr Rentnerinnen und Rentnern gegenüber stehen.

Der Anteil der 20- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung beträgt 60,3 Prozent.

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Die Kantonale Bevölkerungsstatistik 2025 steht unter Bevölkerung zur Verfügung.