Aargauer Regierung zeigt sich über A1-Pläne des Bundesrats im Aargau sehr erfreut

Aargauer Regierung zeigt sich über A1-Pläne des Bundesrats im Aargau sehr erfreut
Baudirektor Stephan Attiger hat sich bei Bundesrat Albert Rösti sehr für die Vorhaben im Aargau eingesetzt. Foto: Michael Küng

Der Kanton Aargau habe mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass der Bund den 6-SpurAusbau der A1 zwischen Aarau Ost und Birrfeld in die Vernehmlassungsvorlage "Verkehr '45" aufnehmen und die Finanzierung der Agglomerationsprogramme sicherstellen will, teilt die Staatskanzlei mit. Diese Entscheide bestätigten die Mobilitätsstrategie des Kantons und seien ein wichtiger Schritt für die Gewährleistung der Erreichbarkeit der Region sowie die Stärkung des Verkehrssystems in der Schweiz.

Bundesrat nimmt 6-Spurausbau Aarau-Ost – Birrfeld in Ausbauschritt 2027 auf
Der Bundesrat hat die Eckwerte für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 festgelegt. Ziel ist laut Mitteilung “eine gezielte, koordinierte Weiterentwicklung von Schiene, Strasse und Agglomerationsverkehr”. Gestützt auf ein Gutachten der ETH Zürich sowie Einschätzungen und Analysen der zuständigen Bundesämter beauftragt der Bundesrat das Departement von Albert Rösti, das UVEK,

Rückstufung im Weidmann-Bericht kam überraschend

Zudem erwartet der Kanton Aargau in Bezug auf die Weiterentwicklung der Bahninfrastruktur die zügige Weiterplanung der West-Ost-Achse. Die im "Weidmann-Gutachten" im Oktober 2025 vorgenommene Zurückstufung bei der Priorisierung des 6-Spur-Ausbaus Aarau Ost–Birrfeld kam für den Regierungsrat überraschend. Das Eidgenössische Parlament hatte im Jahr 2023 eine Priorisierung dieses unbestrittenen Projekts, das in der Region grossen Rückhalt geniesst, vorgenommen und es in den kurzfristigen Realisierungshorizont 2030 vorverlegt. Ausserdem sind die Planungen weit vorgeschritten, das generelle Projekt sei abgeschlossen.

Verkehrsplanung stützt sich auf leistungsfähige Hauptverkehrsachse

Umso mehr begrüsst der Kanton Aargau die Tatsache, "dass der Bund die Bedeutung des Strassenverkehrs für die Region erkannt und den 6-Spur-Ausbau Aarau Ost–Birrfeld nun in die Vernehmlassungsvorlage "Verkehr '45" aufnehmen will". Die Verkehrsplanung stütze sich auf eine leistungsfähige und robuste Hauptverkehrsachse. Die Massnahmen aller Verkehrsträger sind dort aufeinander abgestimmt. Für den Kanton Aargau sei das Projekt 6-Spur-Ausbau Aarau Ost–Birrfeld essenziell und ein Bestandteil eines funktionierenden und leistungsfähigen Verkehrssystems – entsprechend den Zielen und Vorgaben der kantonalen Mobilitätstrategie.

Zu den weiteren StrassenAusbauvorhaben im Aargau wird der Kanton im Rahmen der Vernehmlassung detailliert Stellung nehmen. Ebenfalls erfreulich sei das Bekenntnis des Bundesrats zu den Agglomerationsprogrammen als wichtiges Instrument, um die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung in den Ballungsräumen koordiniert weiterzuentwickeln – insbesondere auch die Aufnahme der Massnahmen in der 5. Generation des Aggloprogramms AareLand. Mit diesem Bekenntnis ist auch die Finanzierung der Agglomerationsprogramme der nächsten Generationen gesichert.

ASTAG Aargau begrüsst klare Haltung der Aargauer Regierung zum Ausbau der A1
Die ASTAG Aargau begrüsst die klare Position des Regierungsrats des Kantons Aargau, der sich mit Nachdruck für einen raschen Ausbau der Autobahn A1 zwischen Aarau Ost und Birrfeld einsetzt. Damit setze die Regierung ein wichtiges Zeichen für eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und einen starken Wirtschaftsstandort Aargau, heisst es in einer Mitteilung.

Bahn: West-Ost-Achse zügig weiterplanen und Viertelstundentakt im Mittelland einführen

Der Kanton Aargau begrüsst weiter, dass der Bundesrat die Weiterentwicklung der West-Ost-Achse als zentrales Anliegen sieht und Mittel für die entsprechende Planung reservieren will. Der Bund erwähnt die Behebung des bekannten Nadelöhrs auf der West-Ost-Achse im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Bahninfrastruktur nach 2045. Der Kanton erwartet, dass die Lösung dieses Mobilitätsengpasses zügig angegangen wird, beispielsweise mit der Weiterplanung einer Bahn-Direktverbindung Aarau–Zürich. Diese Verbindung sei ein wichtiger Bestandteil des Bahnnetzes und wird dazu beitragen, die Mobilität in der Region zu verbessern.

Mit der absehbaren Bevölkerungsentwicklung und dem erwarteten Nachfragezuwachs reichen die Kapazitäten der Bahn nicht mehr aus. Es brauche mittelfristig zwingend eine Erhöhung der Kapazitäten im westlichen Zulauf auf Zürich. Um diesen Ausbau zu ermöglichen ist es wichtig, dass die weiteren Planungen für die Ost-West-Achse mit der Direktverbindung Aarau–Zürich weitergeführt werden. Mit dem vorliegenden Beschluss anerkenne der Bundesrat die Wichtigkeit der Behebung dieses Nadelöhrs im nationalen Bahnsystem.

S-Bahn-Netze noch zuwenig berücksichtigt

Der Kanton Aargau bedauert zudem, dass die Anpassung der S-Bahn-Netze noch nicht in dem Masse berücksichtigt wurde, wie vom Kanton Aargau gefordert. Der Kanton hatte insbesondere auf die Umsetzung von Projekten wie der Systematisierung im Mittelland mit Viertelstundentakten bei den Interregio-Zügen gehofft, der Bundesrat schlägt jetzt für das Mittelland systematische Halbstundentakte im Regionalverkehr vor, was bereits grösstenteils umgesetzt ist.

Der Kanton fordert ausserdem Anpassungen beim S-Bahn-Netz, insbesondere im Freiamt, Zofingen, Unteren Aaretal und Fricktal, sowie die Stärkung des Güterverkehrs. Mit den nächsten Planungsschritten muss der Bund noch den Nachweis erbringen, dass die Angebotsqualitäten für durchgängige Reiseketten im öffentlichen Verkehr erhalten und ausgebaut werden können. Diese Anliegen bleiben auf der Agenda für eine raumverträgliche Mobilität in den Wachstumsregionen.

Langfristig könne auch die Umsetzung der oben erwähnten Bahn-Direktverbindung Aarau–Zürich Kapazitäten schaffen für den Ausbau der SBahn-Netze im Kanton. Grosser und koordinierter Einsatz des Kantons Der Regierungsrat hat die Haltung des Kantons Aargau unmittelbar nach der Veröffentlichung des Gutachtens "Verkehr '45" in verschiedenen fachlichen und politischen Stellungnahmen gegenüber dem UVEK vertreten. Zudem hat sich der Kanton in verschiedenen Schreiben an den UVEK-Vorsteher, Bundesrat Albert Rösti, engagiert und seine Anliegen eingebracht. Zahlreiche kantonale und regionale Organisationen haben den Kanton dabei unterstützt.

Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, war zudem an verschiedenen Treffen der Kantonsvertreter mit Bundesrat Rösti persönlich anwesend und konnte die fachlichen und regionalspezifischen Anliegen einbringen. Ebenfalls wurden die Anliegen des Kantons Aargau im Sinne einer ausgewogenen Lösung für das Gesamtverkehrssystem der Schweiz aktiv von Ständerat Thierry Burkart bei den entsprechenden Gremien eingebracht. In Bezug auf die Umsetzung des 6-Spur-Ausbaus auf der A1 zwischen Aarau Ost und Birrfeld ist dieser grosse, koordinierte, gemeinsame Einsatz für ein zuverlässiges Verkehrssystem beim Bundesrat auf offene Ohren gestossen.

Der Kanton Aargau werde sich weiterhin für die Umsetzung dieser Projekte einsetzen und im Dialog mit dem Bund bleiben, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Region berücksichtigt werden. Der Kanton Aargau ist zuversichtlich, dass durch die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kanton und Region ein funktionierendes Verkehrssystem geschaffen werden kann, welches die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft erfüllt. Dem Regierungsrat des Kantons Aargau ist dabei wichtig," dass in der nachfolgenden Konkretisierung Pakete entstehen, die den Rückhalt in der Bevölkerung geniessen und damit auch in einer Volksabstimmung bestehen können".