Aargauer Gerichte: 10 Prozent mehr Falleingänge - jeder zweite Fall betrifft das Familienrecht

Die Gerichte Kanton Aargau veröffentlichen ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2025. Er vermittelt einen Überblick zum Geschäftsgang und den Geschäftszahlen. Mit 55'565 Falleingängen waren die Aargauer Gerichte im Berichtsjahr wiederum stark belastet. Dies teilen die Gerichte Aargau mit.

Der Geschäftsbericht 2025 weist für die Aargauer Gerichte 55'565 eingegangene Fälle aus (inklusiv 2'865 Falleingänge bei den Schlichtungsbehörden für Miete und Pacht). Damit nahmen die Falleingänge gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent zu. Konkret verteilen sich diese Verfahren auf

  • das Obergericht
  • die elf Bezirksgerichte
  • das Spezialverwaltungsgericht
  • das Zwangsmassnahmengericht
  • die Anwaltskommission
  • die Schlichtungsbehörden (Schlichtungsstelle für Gleichstellungsfragen, Schlichtungsbehörden für Miete und Pacht sowie Friedensrichterinnen und Friedensrichter)
  • das Konkursamt.

3'168 neue Vorsorgeaufträge oder Patientenverfügungen hinterlegt

Zudem wurden laut Mitteilung 3'168 neue Vorsorgeaufträge oder Patientenverfügungen bei den Gerichten hinterlegt. Das Geschäftsjahr 2025 war bei den Schlichtungsbehörden für Miete und Pacht nach dem Jahr 2023 hinsichtlich der Verfahrenseingänge das zweitstärkste Jahr. Diese haben sich im Vergleich zum Jahr 2024 wieder leicht erhöht (2'865; Vorjahr 2'810), obwohl aufgrund des Wegfalls der vielen Mietzinserhöhungsanfechtungen im Vergleich zum Vorjahr erneut ein leichter Rückgang zu erwarten gewesen wäre.

Bereits über 45 000 neue Fälle für die Bezirksgerichte

Die Aargauer Gerichte waren auch 2025 sehr stark belastet; zahlenmässig lag die Hauptlast nach wie vor bei den elf Bezirksgerichten. Bei ihnen gingen im vergangenen Jahr insgesamt 45'245 (Vorjahr 41'153) neue Fälle ein. Davon entfielen mit rund 22'800 mehr als die Hälfte auf Verfahren des Familienrechts (inklusive Kindes- und Erwachsenenschutz). Beim Obergericht, beim Zwangsmassnahmengericht, beim Spezialverwaltungsgericht sowie bei den Friedensrichterinnen und Friedensrichtern waren insgesamt rund 5'800 Falleingänge zu verzeichnen.

Deckungsgrad der Gerichte: 36,17 Prozent

Die Rechnung der Gerichte Kanton Aargau wies für 2025 Ausgaben in der Höhe von 106,5 Millionen Franken (Budget 2025: 104,9 Millionen Franken) und Einnahmen in der Höhe von 38,5 Millionen Franken (Budget 2025: 34,0 Millionen Franken) aus. Der Deckungsgrad betrug 36,17 Prozent (Budget 2025: 32,38 Prozent).

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Der Geschäftsbericht kann unter Zahlen & Fakten heruntergeladen werden.