Gutes AEW-Ergebnis auch dank Sondereffekten – rekordhohe 53 Mio. Gewinn für den Kanton

Gutes AEW-Ergebnis auch dank Sondereffekten – rekordhohe 53 Mio. Gewinn für den Kanton
von links: CEO Marc Ritter, Verwaltungsratspräsident Raffael Schubiger, CFO Daniel Bader. Foto: Michael Küng

Die Gesamtleistung der AEW Gruppe lag im letzten Jahr mit 833,1 Millionen Franken um 4,2 % tiefer als im Vorjahr, wobei das operative Betriebsergebnis (EBIT) hingegen 131,4 Mio. Franken erreichte. Dies entspricht einer Zunahme von 24,4 Mio. Franken gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies gaben die verantwortlichen heute Morgen an einer Medienkonferenz in Aarau bekannt.

Treiber dieses positiven Geschäftsganges waren laut Verwaltungsratspräsident Raffael Schubiger eine effiziente Bewirtschaftung des Energiegeschäfts, tiefere Beschaffungs-/Ausgleichsenergiekosten, positive Kapitalmarktentwicklungen mit entsprechender Wirkung auch auf die KKL-Fondsperformance sowie eine konsequente Ausrichtung der AEW auf ihre Strategie. Gleichzeitig investierte die AEW Gruppe 94,3 Mio. Franken gezielt in die Energieinfrastruktur und habe damit damit nachhaltig ihre Leistungsfähigkeit gestärkt, hiess es weiter.

Zufrieden mit Leistungsauftrag und Eigentümerstrategie

Mit dem breit abgestützten AEW Leistungsauftrag zeigte sich VR-Präsident Schubiger zufrieden. Man habe einen pragmatischen und wirtschaftsnahen, ausgewogenen Kompromiss, der das Gewerbe schütze und die AEW in neuer Marktrolle - gemeinsam mit installierenden Partnern - bestätige. Zufrieden zeigen sich die AEW-Verantwortlichen auch mit der aktualisierten Eigentümerstrategie mit den Regelungen zu Kooperationen und Beteiligungen.

Die AEW dürfe nicht Installationsgewerbe erwerben, das sei aber schon immer so gewesen, sagte Schubiger mit Blick auf gehabte politische Diskussionen im Grossen Rat: «Das wollten wir auch nie. Es gibt andere Energieversorger, die das tun, das war aber nie unsere Strategie, das hatten wir auch nie vor.»

Aktuell reagiert der Strommarktpreis - anders als 2022 nur minim auf den neusten Krieg. Grafik: AEW

Strompreisentwicklung: warum reagiert der Strompreis kaum?

Anhand einer Grafik zeigte CEO Marc Ritter auf, dass sich der Strompreis am Markt - im Gegensatz zum Ausbruch der Ukrainekriegs 2022 - bisher vom jüngsten Irankrig nicht stark hat beeindrucken lassen - im Gegensatz zu Öl- und Gaspreis. Es gab zwar kurzzeitig einen kleinen Strompreispeak, doch die Preissituation sei recht stabil. Falls der Irankrieg bald endet, rechnet Ritter für die Konsumentinnen und Konsumenten nicht mit starken Preisausschlägen beim Strom.

Warum das? Es gebe zwei grosse Treiber, die den Strompreis beeinflussen, sagt Ritter. Zum einen das Gas, auf der anderen Seite die CO₂-Politik in Europa. Das Gas ist gerade preistreibend. Auf der anderen Seite wirke Europa bei den CO2-Zertifikaten derzeit eher bremsend, weil die CO2-Abgabe die Industrie belastet. Diese beiden Effekte heben sich derzeit quasi gegenseitig auf. Kurzfristig habe man einen kleinen Preissprung gesehen (vgl. Grafik oben), doch die AEW Energie AG beschafft den Strom in einer längerfristigen Perspektive, sodass man auf der Energieseite eher eine Stabilisierung sehe.

Anders sehe es bei der Netzkomponente aus, die rund 50 Prozent des Grundversorgungspreises ausmacht. Diese werde tendenziell zunehmen. Das Unternehmen investiere rund sechzig Millionen Franken pro Jahr ins Stromnetz "und gleichzeitig haben wir weniger Stromabsatz, weil immer mehr Konsumenten selbst Strom produzieren". Das führe im Ergebnis letztlich für den Versorger zu höheren Kosten.

Gutes Geschäftsjahr: EBIT 24,4 Mio. Franken höher als im Vorjahr

Doch zurück zu den Unternehmenszahlen: Die AEW Gruppe erzielte dank Sondereffekten ein gutes Unternehmensergebnis. Der EBIT erreichte mit 131,4 Mio. Franken ein mit 24,4 Mio. Franken gegenüber dem Vorjahr liegendes Ergebnis. Treiber dieser positiven Performance seien insbesondere die effiziente Bewirtschaftung des Energiegeschäfts, mit einer frühzeitigen Verwertung der Eigenproduktion an der Stromhandelsbörse und tieferen Ausgleichsenergiekosten gewesen, hiess es an der Medienkonferenz weiter.

Die positiven Entwicklungen an den Kapitalmärkten im letzten Jahr sorgten für eine vorteilhafte Performance des Stilllegungs- und Entsorgungsfonds des Kernkraftwerks Leibstadt (KKL), an dem die AEW mit 5,4 % beteiligt ist. Das gute Unternehmensergebnis ist unter anderem auf die Axpo-Dividende und eine Wertberichtigung (Impairment) im Kraftwerksportfolio zurückzuführen.

Geschäftsführer Marc Ritter: «Müssen dran bleiben». Fotos: mik

Raffael Schubiger, Verwaltungsratspräsident der AEW Energie AG, zeigte sich an der Medienkonferenz erfreut über die insgesamte Entwicklung: «Das Geschäftsjahr 2025 war für die AEW in vielerlei Hinsicht ein sehr erfolgreiches Jahr, gleichzeitig aber auch eines, das von anspruchsvollen Rahmenbedingungen geprägt war. Dies macht deutlich, dass die AEW ihre Resilienz in den vergangenen Jahren gestärkt hat.» Marc Ritter, CEO der AEW, bestätigt: «Operativ war 2025 ein sehr gutes Jahr für die AEW. Unsere Organisation hat Tempo aufgenommen und gleichzeitig bewiesen, dass sie auch in einem sehr anspruchsvollen und dynamischen Marktumfeld leistungsfähig ist.»

Auf Basis des bereinigten Unternehmensergebnisses (OR) von 159,7 Mio. Franken wird der Generalversammlung (faktisch ist dies der Kanton, ist er doch Alleinbesitzer des Unternehmens) am 21. Mai 2026 eine Dividendenausschüttung von 53,0 Mio. Franken an den Kanton beantragt.

Versorgungssicherheit bleibt zentral

Mit Investitionen von 94,3 Mio. Franken setze die AEW Gruppe ihren Kurs zur nachhaltigen Zukunftssicherung konsequent fort, hiess es weiter. Die Mittel flossen insbesondere in den Ausbau und die Modernisierung des Stromverteilnetzes sowie in Stromproduktions- und Wärmeanlagen.

CFO Daniel Bader zeigt sich zufrieden mit dem Jahresergebnis.

AEW erzielt Fortschritte in der Nachhaltigkeit

Die AEW konnte 2025 bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele Fortschritte erzielen. So werden heute die AEW Wärmeverbunde zu über 90 % mit erneuerbaren Energieträgern betrieben; 75 % der Personenwagen im AEW Fuhrpark fahren bereits elektrisch. Insgesamt reduziert die AEW rund achtmal mehr CO2, als durch die eigene Produktion entsteht.

Wer ist die die AEW Energie AG?

Die AEW Energie AG ist ein selbstständiges Unternehmen des Kantons Aargau. Mit der sicheren und klimafreundlichen Energieversorgung leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Standortattraktivität und zur Lebensqualität in der Region. Sie strebt Klimaneutralität bis spätestens 2040 an. Als integrierte Energiedienstleisterin engagiert sich die AEW mit der Produktion von Strom und Wärme/Kälte sowie als führende Netzbetreiberin und Lieferantin für ihre Kunden. Für die Stromproduktion fokussiert die AEW auf Wasserkraft sowie Solar- und Windenergie. Zudem erbringt sie Dienstleistungen in netz- und energienahen Bereichen sowie in der Telekommunikation.

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